Weltner Sylvaner Hoheleite 2011

Was gab’s ins Glas?

Weltner Sylvaner Rödelseer Küchenmeister GL Hoheleite 2011 VDP Großes Gewächs, trocken, 13,5 % vol.

Welche Ausstattung hat die Flasche?

Bocksbeutel mit Glas-Silikon-Verschluss.

Wer steckt dahinter?

Weingut Paul Weltner, Wiesenbronner Str. 17, 97348 Rödelsee, Franken, Deutschland, www.weingut-weltner.de

Was sagen andere?

„Scheint noch gar nicht auf der Welt zu sein.“ Quelle: falstaff.de, Verkostungsnotiz vom 05.06.2013.

Wo kommt die Buddel her?

Lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wie die Flasche ihren Weg in den wineroom gefunden hat.

Was kostet der Spaß?

Aktuelle Jahrgänge werden mit 30 bis 40 Euro im Handel angeboten.

Das Beste an diesem Sylvaner: dass er nicht nach Silvaner schmeckt. Click to Tweet

Wie macht er sich denn nun im Glas und im Mund?

Vielleicht das Schönste an diesem Sylvaner: dass er nicht nach Silvaner schmeckt.

Wer auf so ein Statement mit Kopfschütteln reagiert, kennt nicht das Kopfschütteln, das wir im wineroom immer wieder zu sehen bekommen, wenn wir Gästen Silvaner anbieten.

Denn Frankens Parade-Rebsorte kann vieles. Aber vor allem kann sie auch einen unangenehm breiten, bräsigen Ton nach abgestandenem Kräutertee entwickeln. Wer das mehrfach im Glas gehabt hat, hat jedes Verständnis verdient, wenn er dem Silvaner misstrauisch gegenübersteht.

Deshalb gehört es zum Schönsten, wenn Weltners Großes Gewächs aus dem Top-Jahrgang 2011 nichts, aber auch gar nichts von diesem bräsigen Ton hat. Stattdessen feine Würze, mineralische Struktur und – gerade für Silvaner – ausgesprochen vitale Säure. Unglaublich frisch das Ganze, als habe es nicht schon fünf Jahre auf dem Buckel.

Zum jetzigen Zeitpunkt voll auf der Höhe. Lebendig, klasse strukturiert, mit durchgehender Präsenz. Das ist fantastisch vom ersten Moment bis zum letzten Schluck. Top gemacht. Jetzt perfekt zu trinken, oder um die Redewendung des Falstaff weiterzuspielen: „Endlich auf der Welt.“ Mit Potenzial bis 2020.

Selbst Silvaner-Skeptiker? Dann definitiv diesen Sylvaner testen. Keine Widerworte!

Was macht man damit?

Fantastisch für beides: als Solist im Glas ebenso schön wie als Essensbegleiter. Die fresh cuisine stellte dazu Spargel mit Frühkartoffeln und hausgemachter Hollandaise auf den Tisch: geniale Paarung. Es gab Seufzer am Tisch.

Aus welchen Gläsern wurde probiert?

Zwiesel Viña Form 8465/1

Ist dieser Beitrag gewerblich gesponsort?

Nein.

Sind noch offene Fragen?

Wie kriegen die Winzer-Kollegen eigentlich diesen bräsig-breiten fiesen Ton in ihren Silvaner rein? Trockenstress? Schlechte Laubarbeit? Unsaubere Lese? Kellerfehler? Oder was …?

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Edgar Wilkening

Geschäftsführender Gesellschafter bei wineroom.de | Eine Amon & Wilkening Division
Im Hauptberuf Strategieentwickler, Autor und Medien-Macher. Kopf des Pop-up-Restaurants "Die 7 Sünden" und von einigem mehr. In den verbleibenden Stunden des Tages dem Thema Wein verbunden als amtierender Korkenzieher von eigenen Gnaden. Erste bewusste Flasche: fränkischer Bocksbeutel aus dem elterlichen Keller – vermutlich Müller-Thurgau. Ist so was prägend ...?
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