Masterclass Prosecco Superiore & Chianti Classico

Masterclass Prosecco Superiore & Chianti Classico

Lustige Kombination, die uns die Italiener da auf den Tisch stellen: Prosecco Superiore und Chianti Classico. Der unbeschwerte Perlwein und der tiefgründige Rote – das neue Dolce-vita-Dreamteam?

Bevor wir die Nase ins Glas stecken, muss vorweg noch gesagt werden: Die Bezeichnung “Chianti Classico” ist korrekt. Aber “Prosecco Superiore” – den Begriff gibt’s genau genommen gar nicht.

Korrekt müsste es heißen: “Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore”. Im Idealfall noch mit einem DOCG hintendran. (Warum dieser Kauderwelsch und wie sich die Prosecco-Spitzenerzeuger damit schön mal selbst das Glas umschmeißen, in das sie eigentlich einschenken wollten – all das erzählen wir in Kürze in unserer Rubrik Gemischte Sätze.)

In einer Masterclass im Hamburger Hotel Atlantic am 20. Juni 2016 präsentierte Moderator Jens Priewe aktuelle Entwicklungen und Jahrgänge anhand von vier ausgewählten Prosecco und sechs Chianti Classico, letztere mit jeweils zwei Annata, zwei Riserva und zwei Gran Selezione.

Also: Dolce-vita-Dreamteam? Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Vorausgesetzt, man hat sie nicht zusammen im Glas. Sondern für beide das jeweils passende. 🙂

[easy-tweet tweet=”Dolce-vita-Dreamteam: Prosecco Superiore & Chianti Classico.” hashtags=”Prosecco,Chianti,wine,Italy”]


Biancavigna, Ogliano

Coneglaino Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut Millesimato 2014
100 % Glera. Alkohol 11 %, Restzucker 8 gr., Säure 7 gr. Helles, fast transparentes gelb mit grünlichen Reflexen. Brausige, fruchtige Nase, florale Töne. Aufschäumende Perlage, süßliche Frucht, birnig. Rating 5/12
Jahrgangs-Prosecco mit schönem Aromenspiel.


Le Colture, Santo Stefano di Valdobbiadene

Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut “Gerardo” Rive di S. Stefano 2014
Alkohol 11,5 %, Restzucker 6 gr., Säure 5,5 gr. Helles, fast transparentes Gelb. Weinige, herbe Nase, Apfelschale, etwas Urea-Noten. Herbe Aromatik, schön mit Süße abgestimmt. Apfel, ausgewogen, schöner Nachhall. Rating 6/12
Prosecco aus Steillage kann was – schön.


La Tordera, Vidor

Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Extra Dry “Serrai” 2015
Alkohol 11,5 %, Restzucker 16 gr., Säure 6 gr. Helles Gelb mit kupferfarbenen Reflexen. Fruchtige Steinobstnase. Trockene Aromatik, helle Früchte, mineralisch, cremig, weich, schönes Mundegfühl, beeindruckenden Länge. Rating 6/12
Der kann gut und gern ein ganzes Menü begleiten.


Bisol, Santo Stefano di Valdobbiadene

Vadobbiadene Superiore di Cartizze DOCG Dry 2014
Alkohol 11,5 %, Restzucker 23 gr., Säure 5,5 gr. Helles Gelb. Herbe Nase, reif, üppig, vielversprechend. Fruchtig ausgebuat, weiße Früchte, voll, cremig, üppig, gefällig. Gut! Rating 6/12
Aus Top-Lage Cartizze, die nur zehn Erzeuger bewirtschaften.



Badia a Coltibuono, Gaiole in Chianti

Chianti Classico DOCG Badia a Coltibuono 2014
100 % Sangiovese. Alkohol 13,3 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 6 gr. Helles Rot. Pflaume in der Nase, etwas Gewürz, leicht kompottig. Im Mund dunkle Früchte, Kirsche, präsente Säure, sauber, frisch, animierend. Rating 5/12
Schönes Rotwein-Darling für jeden Tag.


Fattoria Le Fonti, Greve in Chianti

Chianti Classico DOCG Le Fonti 2013
90 % Sangiovese, 8 % Merlot, 2 % Cabernet Sauvignon. Alkohol 13,5 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 5,8 gr. Nase mit grünen Tönen, leicht alkoholisch, schweißig. Im Mund herb, kräutrig, zupackend. Wenig Frucht, deutlich vom Holz geprägt, füllig, gute Struktur. Rating 5/12
Nur zwei Prozent Cabernet Sauvignon und so präsent.


Vignamaggio, Greve in Chianti

Chianti Classico DOCG Riserva Gherardino 2013
90 % Sangiovese, 10 % Merlot. Alkohol 13,5 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 5,2 gr. Feine Nase, elegant, schwarze Früchte, Kirsche, kein vordergründiges Holz. Im Mund ausgewogen, schwarze Kirsche, Kirschkern, rassige Säure, straff, fordernd, feinkörniges Tannin. Rating 7/12
Gut gemachte Riserva, die noch Zeit haben möchte.


Castello di Albola, Radda in Chianti

Chianti Classico DOCG Castello di Albola 2012
95 % Sangiovese, 5 % Canaiolo. Alkohol 13 %, Restzucker < 4 gr., Säure 5 gr. Dichtes, klares Rot. Kräuter, Würze, dunkle Früchte in der Nase. Weich im Mund, rund, voll, saftig, harmonisch balanciert, gute Struktur. Gut! Rating 7/12
Berater aus dem Bordeaux am Werk – man schmeckt’s.


Barone Ricasoli, Gaiole in Chianti

Chianti Classico DOCG Gran Selezione Castello di Brolio 2013
90 % Sangiovese, 5 % Cabernet Sauvignon, 5 % Petit Verdot. Alkohol 13,5 %, Restzucker 0,2 gr., Säure 5,9 gr. Dichtes, intensives Tiefrot. Dunkelbeerige Nase, Aschetöne. Wildfruchtig, spürbare Säure, gut balancierter Mund, Eleganz bei toller Struktur. Sehr gute Qualität. Potenzial. Rating 8/12
Hier zeigt die neue Kategorie Gran Selezione, was sie kann.


Rocca delle Macie, Castellina in Chianti

Chianti Classico DOCG Gran Selezione Riserva di Fizzano 2012
95 % Sangiovese, 5 % Merlot. Alkohol 13,5 %, Restzucker 2,8 gr., Säure 5 gr. Faszinierende, reiche Fruchtnase: dunkle Kirschen, dunkle Beeren. Fülle im Mund, weich, super balanciert, sagenhafte Struktur. Tolle Aromatik, Kirsche in Reinkultur. Tiefgründig, facettenreich, groß. Jetzt schon gut, in zwei, drei Jahren noch besser. Potenzial. Rating 9/12
Wenn ich groß bin, will ich mal Brunello-Killer werden.


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Runde Zwei: Wer kann sich seine Zutaten liefern lassen?

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Wein zum Essen: Nicht mehr so genau …?

Hallo Dr. Sommelier, am Wochenende habe ich Gäste bei mir zum Essen. Einen...

Der Grüne Veltliner und das kleine Pfefferl

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Diskriminierte Erzeugerinnen

hallo dr. sommelier ich bin ja große weinfreundin. aber irgendwie ist das...

Mythos Mosel 2016 – Unsere Highlights eines Tages

Mythos Mosel 2016 – Unsere Highlights eines Tages

Was es auf sich hat mit dem Mythos an der Mosel, ob es gemäß Wikipedia Lebenssinn stiftend ist oder doch nur eine Lügengeschichte, und was unsere Mythbusters sonst so rausgefunden haben über diese Weinprobe, die sich mit 26 Kilometern ganz schön in die Länge zieht – all das hatten wir ja neulich schon in unserer Rubrik Journey berichtet.

Heute reden wir mal über die Wein-Highlights, die uns an der Mosel über den Weg und durch die Kehle gelaufen sind. Ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit! Denn das war so unmöglich wie ein Großes Gewächs aus Obermosel-Elbling. Auch davon hatten wir erzählt.

Auf unserer Liste bekannte Namen, die seit einiger Zeit wieder in neuem Glanz aufblühen, aber auch neue, junge Weinmacher, die extrem Ambitioniertes auf die Beine stellen. Und unterm Strich: ausschließlich Rieslinge unter den Highlights, auch wenn wir vereinzelt gute Spät- und Weißburgunder im Glas hatten. Aber die klassische Domäne der Mosel ist eben nicht ohne Grund ihre große Stärke: mineralische, saftige Rieslinge – in den Geschmacksrichtungen von trocken bis honigsüß.

Vormerken: Das nächste Mythos-Mosel-Wochenende findet 2017 statt, dann vom 9. bis 11. Juni 2017. Wenn es wird wie 2016, kann man nur sagen: lohnt sich.

Mythos Mosel: Panoramaansicht Traben-Trarbach
Mythos Mosel: An jeder Station neue Gläser
Mythos Mosel: Bergretter im Einsatz
Mythos Mosel: Banner weisen, wer dabei ist
Mythos Mosel: Eingang zum Weingut
Mythos Mosel: Eintrittsband

Witwe Dr. H. Thanisch Erben Müller-Burggraef, Bernkastel-Kues

Wehlener Sonnenuhr Riesling Spätlese Trocken 2014
Verregnete Lese im Herbst ’14. Önologe Maximilian Ferger ließ ausschließlich fehlerfreies Material ernten. Das zeigt sich in sauberer Frucht. Rassig, straff, ausgewogen. Vibrierende Länge. Rating 7/12
Kleine Erntemenge, dafür Top-Material. Guter 14er.

Berncasteler Doctor Riesling Kabinett 2015
Devon-Tonschieferverwitterungsboden. Würzig, kräutrig, einladend. Saftig, schönes Säurespiel, mineralisch, komplex, toller Spannungsbogen. Sponti. 60 gr. Restzucker. Frisch gefüllt, noch jung, trinken ab 2017. Rating 8/12
Was für ein klasse Kabinett – halleluja, her damit!

Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling Spätlese 2015
Roter Schieferboden. Steinobst-Nase, Anklänge von roten Früchten. Saftiger, üppiger als der Doctor. Vielschichtig, gut strukturiert, schöne Länge. Sponti. Ausbau in großen Fässern. 80 gr. Restzucker. Minimal filtriert, minimaler Schwefel. Rating 8/12
Komplex und saftig: Süße Jungs lieben so was. (Mädchen auch.)


Villa Huesgen, Traben-Trarbach

Trabener Würzgarten Riesling Kabinett Trocken 2015
Grauschieferboden. Über 30 Jahre alte Reben. Handlese. Fruchtig, aromatisch. Im Mund Kraft, Struktur, dabei elegant. Straffe, rassige Säure, die perlend nachklingt. Rating 7/12
Großes Riesling-Vergnügen für um die zehn Euro ab Hof.


Nik Weis St. Urbans-Hof, Leiwen

Wiltinger Alte Reben Riesling 2015
Boden Rotschiefer. Lage Schlangengrube. Wurzelechte Reben – so was gibt’s ja quasi gar nicht mehr: 1905 gepflanzt. Blumig, duftig, Aprikosennase. Saftiger Mund, frisch, würzig, mineralische Länge. Spontanvergoren. Klasse. Rating 7/12
Mehr als 110 Jahre: Also, DAS darf sich mal wirklich Alte Reben nennen!

Mehringer Alte Reben Riesling 2015
Boden Blauschiefer. 70 Jahre alte Reben, gepflanzt zwischen 1947 und 1949. Ätherische Nase, Eukalyptus, Minze, Kümmel. Kongruenter Mund: würzig, komplex, pikant, nachhallende Säure. Spontanvergoren. Rating 8/12
Großer Traubensaft mit großer Kräuterkraft. Finden wir richtig gut.


Schloss Lieser Thomas Haag, Lieser

SL HELDEN Riesling Spätlese Trocken 2015
Helden? Die Lage: Niederberg Helden. Präziser, gerader Riesling. Klar, straff, mineralisch, dicht, elegant, vielschichtig, tolle Textur, Länge. “Da stimmt alles”, steht in unseren Verkostungsnotizen. Rating 8/12
Solche Helden braucht das Land: mit Mut zu starkem Charakter.


Materne & Schmitt, Winningen

Winninger Riesling 2014
Aus den Lagen Bruchstück und Röttgen. Megastraff im Mund, brachial karg, spröde, porös vor Mineralität. So schlank und reduziert, dass man “das Skelett sehen” kann, kein Gramm zuviel auf den Knochen. Charakterstarkes, ungeschöntes Spiegelbild von Lage und Jahrgang ’14, das die beiden Jungwinzerinnen hier abliefern. Garantiert nicht jedermanns Sache, aber mit klarem Profil. Rating 7/12
So mager, man meint Kate Moss im Glas zu haben.


Weiser-Künstler, Traben-Trarbach

Trabener Gaispfad Riesling Kabinett Trocken 2015
Zum Teil wurzelechte Reben. Blauschiefer-Boden, etwas Rotschiefer. Schlank, schmal, würzig, poröse Mineralik, nahezu salzig, supertrocken. “Unser Fischwein”, sagt Winzerin Alexandra Künstler. Kann man verstehen. Als Solist polarisierender Wein, nix für jedermann. Rating 7/12
Gaispfad: kein Wunder, dass Ziegen hier gern langzockeln bei so viel Salz.

Steffensberg Riesling 2015
Steinobst, klassische Riesling-Nase. Im Mund Fülle, Kraft, straffe Textur, komplex, mineralisch. Langer Nachhall. 17 gr. Restzucker. Die Lage und  der Restzucker als Säurepuffer machen den Wein zugänglicher als den Gaispfad. Rating 8/12
Steffensberg in Reinkultur und etwas Süße – wir mögen die Kombi sehr.


Louis Klein Kirchengut Wolf, Traben-Trarbach

Riesling Kabinett Trocken 2015
Guts-Riesling vom Bio-Betrieb. Straffer Riesling, Frucht, Mineralik, gut abgestimmt. Auf dem Etikett: Kinderzeichnung eines U-Boots, gezeichnet vom Sohnemann. Warum? “Das ist unser U-Boot-Wein”, lacht der Weinmacher, “abends volllaufen lassen und untergehen – morgens trotzdem wieder frisch auftauchen.” Rating 6/12
Schönes, geradliniges Ticket für die nächste U-Boot-Fahrt.

Riesling Spätlese Trocken 2015
Ein Kraftpaket: Dichte, Konzentration, Saftigkeit, Eleganz. Die Säure will sich noch nicht recht einfügen, wirkt fast schroff und abweisend. Rating 7/12
Können wir den in drei, vier Jahren nochmal probieren?

Riesling Spätlese Feinherb 2015
Gleiche Lagen, gleiche Lese, gleicher Ausbau wie die Spätlese eins drüber. Hier aber mit 23 gr. Restzucker. Deutlich gefälliger, die Säure abgepuffert, die Frucht kann strahlen, die Aromen hallen nach. Rating 7/12
Wer sagt, er trinkt nur trockenen Riesling, verpasst das Beste.


Weingut Haart, Piesport

Wintricher Riesling Trocken 2015
Ausbau nur im Stahltank – entgegen der Philosophie des Hauses. Warum? Weil alle Holzfässer voll waren, sagt der Weinmacher. Riesling ohne Schnickschnack: frisch, blumig, floral. Im Mund straff, geradlinig, ganz geradeaus, klar. Mineralisch, animierend, konzentriert. Toll! Rating 8/12
Klassischer Mosel in Reinkultur – und das ohne Holzfass.

Goldtröpfchen Riesling Großes Gewächs 2014
Wieder der schwierige Jahrgang. Schnelle Lese. Strenge Selektion. Sponti. Im Mund faszinierende Kraft, elegant dabei, Volumen, Dichte, Länge. Und das bei gerade mal 12,5 % vol. Alkohol. Das Beste aus dem Jahr gemacht. Großes Gewächs ganz groß! Rating 9/12
Großes Gewächs mit nur 12,5 % – so was gibt es noch? Chapeau!


Fritz Haag, Brauneberg

Brauneberger Juffer Riesling Feinherb 2015
Feuerstein in der Nase. Dazu blumig, würzig, einladend. Im Mund Würze, kraftvolle Struktur, Mineralik, Herbe. Im Ausklang fast staubig. Hefetöne, die der Jugendlichkeit geschuldet sind. Die 13,5 gr. Restzucker stehen ihm so gut. Rating 7/12
Feinherb in Bestform: Wir möchten da kein Gramm Süße missen.

Brauneberger Juffer Riesling Spätlese 2015
Auch Feuerstein. Aber saftiger in der Nase, frisch, verführerische Frucht. Im Mund gewaltig, opulent, saubere, helle Frucht, saftige Struktur, vielschichtig, komplex. Langer Nachhall. 75 gr. Restzucker. Sehr klasse! Rating 8/12
Was für ein Spannungsbogen – vom ersten bis zum letzten Moment.


Weingut Vollenweider, Traben-Trarbach

Goldgrube Riesling Trocken 2014
Grauschiefer-Boden. Ui, Knallblättchen-Nase, das verspricht Mineralik. Und im Mund kommt sie dann auch. Filigran, elegant, feingliedrig, geradezu karg und spröde. Etwas zitrische Säure, da spiegelt sich ungeschönt der Jahrgang wider. Sehr schlanke 12 % vol. Alkohol. Spannend. Rating 7/12
Piff-paff-puff! Lustige Knallblättchen in der Nase – so schön.

Goldgrube Riesling Spätlese 2015
Grauschiefer-Boden. Wieder Piff-paff-puff-Nase. Dazu saftig, frisch. Im Mund komplex, reichhaltig, aromatisch, helle Früchte, mit mineralischer Frische. Restzucker 85 gr., der die Aromen in einen tollen Nachhall trägt. Rating 8/12
Vorzeige-Mosel in der Kategorie restsüß – richtig gut.


Weingut Knebel, Winningen

Von den Terrassen Riesling 2015
Gutswein. Und als solcher sehr gut. Frische, einladende Nase, blumig. Filigran im Mund, ausgewogen, mineralisch, sehr harmonisch, Grapefruit-Töne. Macht Lust auf deutlich mehr. Rating 7/12
Von den Terrassen, ja – aber alles andere als nur Terrassenwein.

Hamm Riesling 2015
Blauschiefer, Ton, Quarzit. Würzige, frische Nase. Klare Frucht im Mund, saubere Aromatik, mineralisch, leichte Herbe, elegant, feingliedrig, toll balanciert, vielschichtig. Großes Trinkvergnügen. Rating 8/12
Hamm wir einen Spaß damit! (Sorry, das Wortspiel musste sein …)

Brückstück Riesling 2015
Tonschiefer, Bimsstein, Sandstein. Nur 1.300 Flaschen. Deshalb selten in Verksotungen, weil immer schnell ausverkauft. Weiße Früchte, finessenreich, filigran, bei guter Struktur. Eleganz, Frische, Länge. 18 gr. Restzucker. Unglaublich schön. Rating 8/12
Völlig klar, dass ein so klasse Zeug ratzfatz ausverkauft ist.

Uhlen Auslese Riesling 2015
Quarzit, Sandstein, Schiefer. Brillant klare Fruchtnase. Setzt sich im Mund fort: glasklare Aromatik, weiße Früchte, keine Spur Botrytis, supersauber, supersaftig. Klasse gearbeitet. 150 gr. Restzucker. Nur kleine Menge: gerade mal ein 200-Liter-Fass – das sind etwa 500 halbe Flaschen. Jetzt in den Keller legen und in zehn Jahren rausholen. Rating 9/12
Traumhaft saubere, glasklare Auslese. Yeah, love it!

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Rotwein on the rocks!Côtes du Rhône mit Sebastian Bordthäuser

Rotwein on the rocks!
Côtes du Rhône mit Sebastian Bordthäuser

Red on the rocks! Rotwein auf Eis. Gibt’s nicht, meinen Sie? Von wegen. Kommt sogar in den besten Kreisen vor. Gerade Dienstag wieder …

Hamburg, Eppendorfer Weg. Chice Loft-Location im Hinterhof. Vierzig offene Côtes du Rhône warten darauf, vernascht zu werden. Draußen Sommer. Temperaturen um die 27° C. Drinnen gefühlt mehr.

Und was macht Sommelier Sebastian Bordthäuser? Knallt die Flaschen aufs Eis! Nicht nur die weißen. Auch die roten! Ist der Typ verrückt?

Nö. Einfach nur gut.

Und nutzt das Thema “Red on the rocks” gleich zur Anmoderation seiner Masterclass. “Ehrlich gesagt, freue ich mich sogar, dass es heute so heiß ist bei unserer Rhône-Probe”, grinst Bordthäuser. “Denn das ist typisch deutsch: im Sommer leichte Terrassenweine – schwere Rote nur im Winter vorm Kamin. An der Rhône trinken sie ihre Roten auch im Sommer!”

Allerdings: Dicke Châteauneuf oder fette Gigondas gehen natürlich gar nicht bei dem, was Otto-Normaltrinker so unter “Zimmertemperatur” versteht. Mit 25° C ins Glas? Da fliegen einem selbst die größten Weine um die Ohren, werden alkoholisch, träge, breit und wollen müde in den Ausguss.

Was ist die Lösung? Ab in den Kühlschrank! Die Roten? Na, logisch! Oder, wenn’s fix gehen muss, Kühlmanschette drum bzw. rauf aufs Eis – wo sich die Weißen hoffentlich auch schon tummeln. Das ist beileibe kein Frevel. Das ist einfach nur vernünftig.

Die kühlere Temperatur stützt beim Rotwein die Säure in punkto Frische, gibt den Weinen mehr Kontur, die Tannine bekommen zwar etwas mehr Grip, aber dafür wird der Alkohol zurückgehalten und fliegt nicht in die Nase.

Nachteil beim Schockfrosten auf Eis: schwer zu steuern. Und so kamen einige Rote deutlich unterkühlt ins Glas. Na und? Macht nix. Denn eine der goldenen Regeln bei uns im wineroom besagt: Warm werden sie von ganz alleine. Erst recht bei tropischer Hitze. Dann erreichen die Roten schnell ihr ideales Temperatur-Fenster. Also ran an die Eisbomben.


Rotwein bei Zimmertemperatur ist ein großes Thema

Hätte durchaus an der Tür der Côtes-du-Rhône-Masterclass hängen können: einer der zehn coolen Türhänger, die jeder Weinliebhaber braucht. Denn bei Außentemperaturen von 27° C kamen nicht nur die Weißen, sondern auch die Roten deutlich runtergekühlt ins Glas. Gut gemacht! (Die anderen neun Türhänger gibt’s übrigens hier.)


Domaine Guy Farge

Saint Joseph, Vania 2015
Weiß. 80 % Marsanne, 20 % Roussanne. 30 Jahre alte Reben. Granit in verschiedenen Verwitterungsstufen und Löss. Spontanvergoren. Würzig, in der Nase, kräutrig, helle Früchte. Super strukturiert im Mund, kraftvoll, frisch mit leichtem süßlichem Kern. Potenzial. Rating 7/12
Weiße Saint Joseph sind mega-angesagt in Frankreich – Vania zeigt, warum.


Domaine Saint Amant

Côtes du Rhône Villages, La Tabardonne 2013
Weiß. 90 % Viognier, 10 % Roussanne. Wächst auf 400 bis 600 m Höhenlage. 25 hl/ha Ertrag. 2 Jahre in französischer Eiche. 6.000 Flaschen. Nase: Wachs, Mandeln, helle Früchte. Mund: cremig, gut strukturiert, erstaunlich frische Säure für Viognier, überhaupt nicht breit. Rating 7/12
Gilt als einer der besten Viognier außerhalb von Condrieu.


Domaine Maby

Lirac, Casta Diva 2015
Weiß. 50 % Viognier, 50 % Grenache (vermutlich wohl Grenache blanc). Auf dem Plateau von Lirac gewachsen. 36 Jahre alter Bestand. Einzelstock-Erziehung. Ertrag 36 hl/ha. Drei Monate in neuem Holz. 3.600 Flaschen. Duftige Nase, exotisch, floral. Im Mund voll, opulent, konzentriert, frisch dabei. Schöne Länge. 5 bis 8 Jahre Reifepotenzial. Sehr gut. Rating 8/12
Diese Diva hat Wumms und nimmt’s mit allem auf: Lamm, Gewürze, Kräuter, Schärfe …


Domaine Saint Damien

Côtes du Rhône, La Bouveau 2014
Rot. Syrah (2003 gepflanzt), Cinsault (1954 gepflanzt), Grenache (1959 gepflanzt). Spontan vergoren. 5 Wochen in Beton vergoren, 8 Monate in Beton gereift. Philippe Cambie (der “Michel Rolland von der Rhône”) berät das Weingut. Nase leicht kompottig, rotbeerig. Saftig, gut strukturiert, Tannin noch etwas rau. Gut gemacht. Rating 6/12
Nur ein “kleiner” Côtes du Rhône? Dafür richtig gut.


Laveau SAS

Gigondas, Lavau 2013
Rot. 50 % Grenache, 40 % Syrah, 10 % Mourvèdre. Wachsen auf 100 bis 600 m Höhe. 35 hl/ha Ertrag. Geile Nase: dunkle Früchte, Pfeffer, leichte Animalik. Im Mund Dichte, Struktur, Kraft, saubere, dunkle Früchte, feines Tannin. Konzentriert und doch frisch dabei, spritzig, elegant. Potenzial bis 2023. Sehr gut! Rating 8/12
Großes Kino, wie er sich im Temperatur-Fenster entwickelt.


Domaine Grand Nicolet

Côtes du Rhône, Vieilles Vignes 2014
Rot. 65 % Grenache, 25 % Syrah, 10 % Mourvèdre. Rebbestand im Schnitt 60 Jahre alt. Ertrag 30 hl/ha. Handernte. Spontan. Ganztraubengärung. Kein Entrappen. Drei Tage Maischestandzeit. Ausbau im Zementtank. Nase leicht dropsig, kandierte Früchte, Kandis, rote Beeren, Zimtnoten. Am Gaumen gut strukturiert, fleischig, Frucht, dicht, frische Säure, angenehme Herbe. Rating 6/12
Noch ein “kleiner” Côtes du Rhone, der dafür aber ganz groß ist.


La Bastide Saint Dominique

Côtes du Rhône Villages Cairanne, Les 2 Arbres 2014
Rot. 25 % Grenache, 25 % Syrah, 25 % Carignan, 25 % Mourvèdre.Vom roten Sandstein, mergelige Terrassen. 18 Tag im Edelstahl vinifiziert. Ausbau 12 Monate im Stahl. Ungeschönt, leicht gefiltert. Nase beerig, etwas Likör, Kräuter, leicht laktisch. Im Mund straff, blättrige Noten, feinkörniges Tannin, Frische, mittlere Länge. Rating 5/12
Die “zwei Bäume” aus dem Edelstahl machen frischen Spaß.


Château de Saint-Cosme

Côtes du Rhône, Saint-Cosme Sélection 2014
Rot. 100 % Syrah. Rebmaterial von der Nord-Rhône kombiniert mit Material aus dem Süden. Entrappt. 12 Monate in gebrauchten Barriques. Ungeschönt, ungefiltert. Früchte-Potpourri in der Nase: Johannisbeere, Kirsche, auch Kräuter. Saftig, zupackend, straff abgestimmt, dabei Eleganz und Frische. Gut gearbeitet. Rating 6/12
Populäres Weingut, populärer Wein: “Pleasing”, lacht der Kollege nebenan.


Domaines Paul Jaboulet Aîné

Crozes-Hermitage, Domaine de Thalabert 2012
Rot. 100 % Syrah. Reben 40 bis 60 Jahre alt. Verwitterte Granitböden auf Terrassen. Traditioneller Ausbau im Tonneau. Super feine Nase, Früchte zum Reinbeißen, elegant, frisch, leichte Animalik. Im Mund saftige Eleganz, vibrierend, frisch, mineralisch, animierend, komplex, tolle Länge. Potenzial. Rating 8/12
Jetzt schon klasse – in zehn Jahren noch besser.


 

Der Grüne Veltliner und das kleine Pfefferl

Dem Grünen Veltliner wird ja gern das "kleine Pfefferl nach hintenraus"...

Durst Sylvaner 2013

Was gab’s ins Glas?Durst Sylvaner 2013, Pfälzer Landwein, 12,5 % vol.Welche...

Wein versus Bier, Gin, Limo
Runde Vier: Wie hoch ist der Zeitaufwand?

Drei Runden lang gingen die Punkte in unserem Fakten-Check klar an Wein....

Canalicchio di Sopra Brunello di Montalcino 1985

Was war im Glas?Canalicchio 1985 Brunello di Montalcino, 13,5 % vol.Wer steckt...

Le Moss Glera Frizzante Non Filtrato

Was gab’s ins Glas? Le Moss Ca' di Rajo Glera Frizzante Marca...

Cune Imperial Gran Reserva 2009

Tempranillo hat's schwer im wineroom. Spaniens Leit-Rebsorte wird jedes Mal...

Mouton Rothschild 1974

Was ist die Vorgeschichte? Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot...

Der Wein, der sieben von zehn Mal zurück in den Wingert geht

Er macht sich selbst, der Wein. Ohne äußere Eingriffe des Winzers. Hübsche...

Rotwein on the rocks!
Côtes du Rhône mit Sebastian Bordthäuser

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Mittelrhein Weinmesse 2016 in Bacharach

Mittelrhein Weinmesse 2016 in Bacharach

Wenn man aus einer der großen Metropolen kommt, wirkt Bacharach fast wie ein vergessener Ort. Wie aus der Zeit gefallen. Historische Häuser, ja, viel Fachwerk, Stadttürme, überall Kopfsteinpflaster, eine halb verfallene Kirchenruine am Hang, über allem die Burg. Idyllisch.

Aber die Jugend zieht weg. Der letzte Fleischer im Ort hat offenbar keinen Nachfolger mehr gefunden, der Laden verrammelt, das Haus zu verkaufen. Überall dicke Löcher im Mobilfunknetz. Und wenn des Abends die Touristen mit Bahn oder Boot oder im Bett verschwinden, legt sich eine stille, dunkle Decke über den Ort, die nur vom Gröhlen durchrollender Güterzüge durchbrochen wird.

Ich mag das ja. Also – jetzt nicht die Güterzüge. Aber diese Abgeschiedenheit. Dieses Aus-der-Zeit-gefallen-sein.


Panorama von Bacharach eingebettet ins Mittelrheintal

Bacharach – eingebettet in das als UNESCO-Weltkulturerbe geschützte Mittelrheintal. Rechts im Bild: einer der ehemals 16 Wehrtüme des heutigen 1.800-Seelen-Städtchens. Stolzer Schnitt: Das macht knapp einen Wehrturm pro hundert Nasen.


Aber es offenbart sich dahinter noch etwas ganz anderes. Bacharach ist einer der Hauptorte im Weinbaugebiet Mittelrhein. Und so wie Bacharach als halbvergessener Ort erscheint, so wirkt auch das Anbaugebiet Mittelrhein ein wenig wie vergessen in der deutschen Weinlandschaft.

Fragen Sie einfach mal rum: Dreizehn Anbaugebiete gibt’s hierzulande – welche sind’s? Mosel, Franken, Rheingau, Pfalz – na klar, solche Klassiker kommen immer sofort. Aber wenn es am Ende für acht, neun, vielleicht sogar zehn Anbaugebiete gereicht hat: Mittelrhein wird in praktisch jeder Aufzählung fehlen.

Zu klein, zu unbekannt ist der Name – der Auszeichnung als Weltkulturerbe zum Trotz. Der Unesco geht’s ja schließlich um Burgen, Loreley und all das. Nicht um Wein.

Gerade mal etwa 150 Weinbaubetriebe gibt es am Mittelrhein. Insgesamt bewirtschaften sie nur rund 450 Hektar Rebfläche. Zum Vergleich: die Pfalz kommt annähernd auf die 50fache Fläche (circa 23.500 Hektar) und knapp 25 mal so viele Weinbautriebe (etwa 3.600).

Dabei stammen für mich einige der schönsten, filigransten und elegantesten Weine Deutschlands vom Mittelrhein (so wie dieser hier). Grund genug, im wineroom lauthals ein “Tschüss!” in die Runde zu werfen und die Geschmacksknospen Richtung Bacharach zu bewegen. Denn dort findet regelmäßig im Frühsommer die Mittelrhein-Weinmesse statt (als Endverbrauchermesse).

Am 28. Mai 2016 zeigten knapp dreißig Weinbaubetriebe ihre aktuellen Gewächse. Das meiste davon blutjung und frisch abgefüllt oder als Fassprobe aus dem Jahrgang 2015. Aus dem extrem schwierigen und ertragsschwachen Jahr 2014 war kaum noch etwas vor Ort.

Dafür aber gereifte Rieslinge “aus der Schatzkammer”. Neun Gewächse bis runter ins Jahr 1983, die nicht alle, aber doch zum größten Teil einen Eindruck davon vermitteln, welches Potenzial Mittelrhein-Rieslinge haben, wenn sie gut gearbeitet sind. (“Schatzkammer-Weine” sind unten blau hervorgehoben.)

Also vormerken: Die nächste Mittelrhein-Weinmesse findet am Samstag, den 27. Mai 2017 statt. Mehr Infos dazu gibt’s hier. Bei uns im wineroom steht der Termin schon im Kalender. Vielleicht sieht man sich ja.


Mittelrheinhalle mit Fresken-Maltechnik

Mittelrheinhalle in Bacharach: Veranstaltungsort der alljährlichen Mittelrhein-Weinmesse. Am Giebel befindet sich in alter Fresken-Maltechnik das Bild eines Weinjünglings, der als Titelfoto ganz oben diesen Beitrag schmückt.


Weingut Josten & Klein, Remagen

Riesling “Vom Schiefer” 2015
Trocken. Komplett aus der Lage Forstberg, aber aus Randlagen und erstem Lesedurchgang. Spontan vergoren. Zurückhaltende Nase. Schlank, frisch, spritzig. Schön balanciert. Macht Spaß. Rating 6/12
Prima Gutswein von den beiden gefeierten Aufsteigern.

Riesling “Glanzstück” 2014
Trocken. Neuer Name. Hieß in früheren Jahren Riesling “R”. Ertrag bei etwa 55hl/ha. Sponti. Gebrauchtes Barrique. Saftig, ohne überbordend zu werden, dicht, schlank, gut strukturiert. Rating 7/12
Der Name ist Programm: glänzend gemachtes Glanzstück.

Leutesdorf Riesling 2014
Trocken. Helles Gelb. Einladende, typische Rieslingnase. Stoffig, mineralisch, balanciert, langer Nachhall. Gut gearbeitet für so einen schwierigen Jahrgang. Rating 7/12
Klasse, was im Jahr ’14 dann doch noch drin war.

Leutesdorf Im Forstberg Riesling 2014
Trocken. Gut strukturiert, ausgewogen, fein gewobene Textur, mineralisch. Toller Nachhall. Für einen 14er wirklich groß, Respekt. Rating 8/12
Das Beste gemacht aus dem schwierigen Jahr.


Weingut Dr. Kauer, Bacharach (ECOVIN)

Spätburgunder Weißherbst “Tornado” 2015
Rosé. Trocken. Heller Lachston. Kühle, saftige Nase. Herb im Mund, frisch, spritzig, mundwässernd. Macht Spaß im Glas – und am Gaumen. Rating 6/12
Rosé ganz ohne Kitschfaktor – gut!

Bacharacher Wolfshöhle Riesling Kabinett 2015
Trocken. Alte Reben: 1968 gepflanzt. Fast transparent im Glas. Im Mund Kraft, Volumen, Dichte, Saftigkeit bei 5 gr. Restzucker. Unter neun Euro ab Hof. Sehr gut. Rating 7/12
Kabinett? Wow! Das schafft manch anderer mit Spätlese nicht.

Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Spätlese Alte Reben 2015
Trocken. Rebbestand ebenfalls 1968 im Zuge der Flurbereinigung angelegt. Wieder fast transparent. Straffe Präsenz, tolle Struktur, Eleganz, Würze, Mineralik. 5 gr. Restzucker. Großartig. Trinken ab 2018. Rating 8/12
Wird von uns definitiv geordert und in den Keller gepackt.

Bacharacher Kloster Fürstental Riesling Spätlese 1999
Halbtrocken. Schatzkammer-Wein. Kaum gepresst, deshalb kaum Phenole, dadurch nahezu transparent im Glas (wie die aktuellen Jahrgänge auch). Im Auge praktisch keine Alterstöne erkennbar. Ätherische Nase, würzig, Minzenoten. Minimales Petrol. Im Mund dicht, volumig, lang. Fantastisch balanciert, immer noch frisch. Und das bei schlanken 11 % vol. Restzucker bei 35 gr. Große Klasse. Rating 8/12
Würden wir uns sofort zulegen und aufmachen – wenn es ihn noch gäbe.


Weingut Lanius-Knab, Oberwesel (VDP)

Riesling VDP Gutswein 2015
Trocken. Fast transparentes weiß. Zurückhaltende Nase. Im Mund filigrane Saftigkeit. Gut balanciert. Schöner Trinkfluss. Rating 5/12
Ordentlicher Gutswein mit 7,50 ab Hof fair gepreist.

Engehöller Bernstein Riesling “S” VDP Erste Lage 2015
Trocken. Schieferboden. Name “Bernstein” kommt von “brennendem Stein”. Helle Transparenz. Küchenkraut in der Nase. Filigran, dicht, elegant, gut strukturiert. Hammer Mineralik. Rating 7/12
Bei diesem Bernstein leuchten die Augen.

Bernstein Riesling “Großes Gewächs” VDP Große Lage 2014
Trocken. Jahrgangsbedingt schnelle Lese, 50% Ertragsreduzierung. Nur 600 Flaschen. Fast transparentes Weiß. Karg im Mund, fast abweisend spröde. Extreme Mineralität. Braucht Zeit. Wird ab 2015 die Lagenbezeichnung “Am Lauerbaum” tragen. Rating 8/12
In den Keller legen und abwarten.


Weingut Matthias Müller, Spay (VDP)

Bopparder Hamm Feuerlay Riesling -S- 2015
Trocken. Boden mit Lehm-Löss-Anteil. Saftige Nase, Steinobst, Frucht. Im Mund kongruent: saftig, fruchtig, frisch. Schöner Trinkfluss. Rating 6/12
Saftiger Riesling-Spaß für neun Euro ab Hof.

Bopparder Hamm Feuerlay Riesling Spätlese “Edition MM” 2015
Süß. Kirmesbude in der Nase: Karamell, kandierte Früchte, Zuckerwatte. Alles, was wir schon als Kinder liebten. Im Mund saftig, mit britzelnder Säure, die den Zucker gut puffert. Dichte Struktur. 102 gr. Restzucker. Toll. Potenzial. Rating 7/12
Tarte Tatin auf den Tisch und diese Spätlese dazu – klasse.


Weingut Philipps-Mühle, St. Goar

St. Goarer Frohwingert Riesling 2014
Trocken. Ungewöhnlicher Frohwingert, anders als frühere Jahrgänge – und spiegelt damit das Jahr 14 wieder: Feuersteinnoten am Gaumen. Schwierige Lesephase. Kann sonst mehr. Elegant, mineralisch. Rating 6/12
Ein Name, der Frohsinn verspricht. Und eigentlich auch immer einhält.

St. Goarer Ameisenberg Riesling 2015
Restsüß. Blumige Nase. Vitale Säure, Süße gut eingebunden, frisch, schöne Textur. Deutlich von seiner Jugendlichkeit geprägt. Trinken ab 2017. Restzucker bei 60 gr. Rating 6/12
Die Ameisen wissen, wo’s am Berg Gutes gibt.


Weingut Rolf Heidrich, Bacharach

Bacharacher Wolfshöhle Riesling Spätlese 1994
Halbtrocken. Erstertrag aus einer Anlage, die 92 gepflanzt wurde. Geerntet mit 94° Oechsle. 10,5 % vol. 14 RZ, 8,2 gr. Säure. Reifes Gelbd im Glas. Blumenwiese, Würze, einladende Nase. Im Mund imemr noch vital, lebendig, reif, aber auf der Höhe. Gut strukturiert. Bleibt lange im Mund, reifer Nachhall. Toll! Rating 7/12
Rehrücken auf die Teller und dazu so ein reifer Riesling – fantastisch.


Weingut Thomas Nuding, Bacharach-Steeg

Riesling Qualitätswein 1993
9 % vol. Keine Angaben zu Restzucker etc. Goldgelb im Glas. Aromen von Bratapfel, getrockneten Äpfeln. Voller, saftiger Mund. Reife Früchte, getrocknete Früchte. Die opulente Fruchtaromatik getragen vom Zucker. Immer noch vital und präsent. Gut! Rating 7/12
Schmaler Alkohol und trotzdem Potenzial! Wer braucht da 15-Prozent-Bomben?


Weingut Toni Jost, Bacharach (VDP)

Bacharach Hahn Riesling Spätlese 1998
Helles Gelb. Die Lage punktet in jungen Jahren mit Aromen tropischer Früchte. Mit knapp zwanzig Jahren Reife: frisch, vital, würzig, saftig dabei. Von Restzucker und Säure fantastisch über die Jahre getragen. Sehr gut erhalten. Rating 8/12
Parade-Lage vom Mittelrhein-Platzhirsch in Best-Zustand.


Weingut Helmut Mades, Bacharach-Steeg (VDP)

Steeger St. Jost Riesling Auslese 1983
Regelmäßige wineroom-Besucher wissen es: 2005 hat er seinen letzten Jahrgang in die Keller gebracht. Seitdem genießt Helmut Mades die Rente. Und bis heute das Ansehen seiner Kollegen für die Langlebigkeit seiner Weine. Diese Auslese zeigt, warum. Restzucker bei etwa 50 bis 60 gr. Über dreißig Jahre alt – und kein bisschen verbraucht. Die Nase reif, aber ohne jedes Petrol. Kräuterblumen, eine ganze Wiese davon. Im Mund saftige Süße, gut balanciert, filigrane Säure. Großartig! Rating 8/12
Eleganter alter Herr, in Würde gereift und dabei bis heute auf Top-Niveau.


 

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“Brunello & Co.” mit Weinteacher Ed Richter

“Brunello & Co.” mit Weinteacher Ed Richter

Ob das wirklich eine gute Idee war: eine Masterclass vor diesem Panorama abzuhalten? Die Aussicht aus dem obersten Stockwerk des Emporio Tower gehört zu den spektakulärsten, die Hamburg zu bieten hat.

Erst recht, wenn das Wetter es gut meint und dem Betrachter die selbsternannte schönste Stadt der Welt so prachtvoll vor die Füße legt. Bei diesen Aussichten, bitte: Wer soll sich da auf Wein konzentrieren?

Hamburg Panorama

Spektakuläre Aussicht auf Hamburg von den Messehallen über Fernsehturm, Planten un Blomen und SAS Radisson bis rüber zur Alster. Wer soll sich da bitteschön auf Wein konzentrieren?

Weinteacher Ed Richter gab sich jedenfalls alle Mühe vom atemberaubenden Panorama abzulenken – durch ein ebenso atemberaubendes Outfit.

Breit gestreifte Hose, dazu ornamental reich besticktes Hemd, derart unübersehbar trat er in drei Masterclasses vors Publikum. Für so viel italienisches Stilgefühl gab es denn auch reichlich Aufmerksamkeit und anerkennende Blicke.

Stylishes Outfit, sensationelles Panorama – war sonst noch was? Ach, stimmt ja – Wein gab’s auch zu probieren. Die Handelskammer von Siena (Camera di Commercio Siena) hatte knapp dreißig Winzer in die Reisetasche gepackt und nach Hamburg geflogen, um “Tuscany – A Land of Wine” zu präsentieren. Da gab es schöne Entdeckungen ins Glas.

Bemerkenswert zum Beispiel: die beiden Spumante von Baracchi Winery (Cortona, Arezzo, www.baracchiwinery.com). Der erste: Weiß, 2012, aus 100 % Trebbiano, zwei Wochen auf der Maische, Metodo Classico, saftiges Gelb, herrlich dicht, aromatisch lang. Das kann Trebbiano? Wow!

Der andere: Rosé, 2013, aus 100 % Sangiovese, ebenfalls Metodo Classico, zwei Jahre Flaschenreife, von Frische, Säurespiel und eleganter Würze getragen – klasse strukturierter Rosé.

Ebenfalls herausragend: Fattoria di Sammontana (Montelupo Fiorentino, Firenze, www.fattoriadisammontana.com) – und zwar mit allen Weinen. Vom bionadigen Alberese über die Chianti-Klassiker bis hin zu den beiden IGTs: dem Merlot Primo Fuoco, ausgebaut in der Amphore, saftig, reif und dicht, und dem Cabernet Sauvignon von 2004, der sich immer noch knackig und jugendlich zeigte. Super gemacht, Jungs!

Okay, werfen wir einen Blick auf die Masterclass “Brunello & Co.”. Die hatte in drei Flights mit je drei Weinen und einem vierten als Einzelgänger und Schlußlicht ausschließlich 100 % reinsortigen Sangiovese in der Flasche.

Alle Weine waren schon am Abend vor der Verkostung geöffnet und geprüft worden. Sehr gut! So viel umsichtige Planung und Vorbereitung wie hier von  Sommelier Ed Richter würde man sich öfter wünschen. Dann also bitte: Vorhang auf, Mr. Weinteacher!


La Fiorita, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2010
Zeigt leichte Reife im Glas, aufgehellte Ränder. Veilchen, Rosenblätter, Tabak, etwas Schweißfuß. Noch jung im Mund, leichter Typ, fein, Eleganz, würzig, schöne Süße in der Mitte, Länge. Schon trinkbar, aber noch Reifepotenzial. Rating 7/12
Durchgehender, gerader Brunello aus Parade-Jahrgang.


La Togata, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino La Togata DOCG 2011
Aufgehellte Ränder. Veilchen, Kirsche, Würze. Im Mund sperriger, kantiger, spröder. Sehr jung, mag noch nicht getrunken werden, will sich erst noch entwickeln. Hatte lange Mazeration. Rating 6/12
Gebt mir mehr Zeit, dann zeige ich vielleicht, was ich kann.


Canneta Societa Agricola S.R.I., Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2011
Feine Fruchtnoten. Herbheit im Mund, geile Würze, schöne Tiefe, süße Länge. Tannin steif, zu jugendlich. Elegant und komplex für den schwierigen Jahrgang 2011. Trinken ab 2020, dann klasse. Rating 8/12
“Ein Igel im Glas” nannte ihn Weinteacher Ed Richter.


Le 7 Camicie, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2011
Animalisch in der Nase, dazu kalte Asche, grüne Kräuter, leicht medizinal. Gute Struktur, komplex, tiefe Kompaktheit, die Frucht tief unten verpackt. Süße, Wärme, am Ende straffes Tannin. Zeit geben. Rating 8/12
Toller Brunello, der seine Klasse ab 2018 langsam zeigen wird.


Poggio al Gello, Paganico, Grosseto

Rosso del Gello Montecucco DOCG 2011
Südlich der Toskana beheimatetes Bio-Weingut. Geröstete Kaffeebohnen in der Nase und Karamel. Im Mund weich, saftig, toll konzentriert, Dichte, Würze, schöne Länge. Passend zum Bio-Anspruch: spontan vergoren. Rating 7/12
Schöner kleiner Brunello-Killer!


Lornano, Monteriggioni, Siena

Chianti Classico DOCG 2012
Wein von Weinmacher Matteo Bernabei, Sohn des Önologen Franco Bernabei. Fruchtige, florale Noten, Espresso, animalisch. Ausgewogen im Mund, Kaffee, Kakao, präsente Säure. Sehr gut gearbeitet, internationaler Typus, gute Holzarbeit, schon trinkbar. Rating 8/12
Flasche auf den Tisch und bistecca dazu!


Leuta, Cortona, Arezzo

Solitario di Leuta Cortona DOC 2012
Über 40 Jahre alte Reben. Vergoren und malolaktische Gärung in gebrauchten Barriques. Zurückhaltende Nase, etwas Animalik, Leder, Tabak, Veilchen. Fein strukturiert im Mund, tolle Kirschnote, super elegant, schöner Trinkfluß. Toll gemacht! Rating 7/12
Echter Trinkspaß, auf den man nicht mehr zu warten braucht.


Casale dello Sparviero, Castellina, Siena

Chianti Classico DOCG 2012
Vertreter der neuen Spitzenstufe “Gran Selezione”. Ertrag bei 40hl/ha. Dunkles Rot. Süße Amarena-Kirsche mit Lederslippern in der Nase. Tolle Struktur am Gaumen, megaweich in der Mitte, gute Länge. Ausbau in slowenischer Eiche. Rating 7/12
Respekt, gut gemacht – wird trotzdem nicht der Lieblingswein.


Fattoria Santo Stefano, Greve, Firenze

Chianti Classico DOCG 2013
Jugendliche Farbe. In der Nase Karamelbonbon, aber auch krautige Töne. Elegantes Gaumenspiel, mittlere Länge. Jugendliche Anmutung. 13.000 Flaschen Gesamt-Produktion. Rating 6/12
Kann man machen, muss man aber nicht


Il Cavalierino, Montepulciano, Siena

Sanlor DOC 2009
Aufhellungen am Rand. Deutlich gereifte Nase mit super eleganten Lederschuhen, einladend, süßlich, toll. Im Mund disparat: zurückhaltend, schwache Aromen, unausgewogen, Loch in der Mitte. Rating 5/12
Viel gewollt im schwierigen Jahr 09 – wenig eingelöst.


Transparenz-Hinweis: Die Verkostung am 10. Mai 2016  erfolgte auf Einladung der Handelskammer von Siena. Autor Edgar Wilkening ist mit Weinteacher Ed Richter persönlich befreundet und verkostet regelmäßig mit ihm Weine – nicht nur italienischer Provinienz.

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Generation Pfalz Masterclass 2016

Generation Pfalz Masterclass 2016

Unter dem sinnigen Motto “Je feiner – desto besser” stand die Masterclass am 13. April im Literaturhaus Hamburg. Axel Biesler präsentierte Gewächse von jungen Pfälzer Winzern, die sich unter dem Label “Generation Pfalz” zusammengefunden haben. Auf dem Tisch: vier Rieslinge, drei Pinot Noirs, allesamt aus den Jahren ’13 bis ’15.

Die Expertenmeinungen am Tisch zu den Weinen gingen weit auseinander, lagen oft sogar diametral entfernt. Was der eine als sperrig und unattraktiv empfand (“Nach maximal einem Glas bin ich satt von dem Wein”), bewerteten andere als animierend und voller Trinkfluss (“Ich könnte erst aufhören, wenn die Flache leer ist.”).

Und vielleicht ist das das Bemerkenswerte an dieser Masterclass: dass es einer neuen Generation gut ausgebildeter Winzer gelingt, mit ihren Pfälzer Weinen Kontroversen auszulösen – statt einfach nur bräsig jedermann “Zum Wohl” (Pfalzwein-Slogan) zu sein. Also, wer sagt’s denn – geht doch.


Weingut Margarethenhof, Forst an der Weinstraße

Forst Ungeheuer Riesling Kabinett trocken 2014
Winzer Yvonne und Martin Lucas. Riesling-Weingut mit Pfälzer Vorzeigelagen. Klare Pfirsichnase, fruchtbetonte Kabinett-Leichtigkeit. Deutlich auf der fruchtbetonten Seite. Saftig, dicht. Abgestufte Spätlese. Edelstahl. Reinzucht. Rating 5/12
Typischer Pfalz-Kabinett für unkomplizierten, fruchtigen Genuss.


Weingut Jesuitenhof, Dirmstein

“Kalkmergel” Dirmstein Riesling trocken 2015
Winzer Moritz Schneider. Leichte Kohlensäure-Perlung im Glas. Von seiner Jugendlichkeit geprägt, fruchtbetont, leicht dropsig, fast parfümiert. Klare, reife Frucht, exotische Noten. Ausgewogen, harmonisch, klar. Über Nacht auf der Maische gestanden. Stahltank. Reinzucht. Rating 5/12
Herrlich der Kalkmergel im mineralischen Ausklang.


Weingut Schäfer, Neustadt-Mußbach

“Limit” Haardt Herrenletten Riesling trocken 2014
Winzer Frank Schäfer. Setzt sich mit der Linie “Limit” klar von der Vorgeneration ab. Deutlich weniger fruchtbetonter Riesling. Würzige Noten. Stoffig, cremig, dicht, vielschichtig, mineralisch. Toller Trinkfluss, schöne Länge. Nur 800 Flaschen. Ertrag bei 35 hl/ha. Lehmböden. 30 Jahre alte Reben. Handlese. Viereinhalb Monate Lager auf der Vollhefe. Rating 7/12
Klasse gemacht – da gehen wir mit bis ans Limit.


Weingut Gabel, Herxheim am Berg

Bissersheim Goldberg Riesling trocken 2014
Winzer Oliver Gabel. Zunächst zurückhaltend in der Nase, kaum Fruchtnoten, entwickelt sich im Laufe der Zeit aber deutlich weiter ins Würzige. Liebstöckel-Aromen. Spannende Entwicklung, wie der Wein sich öffnet. Im Mund ausgewogen, dicht, cremig, komplex, tolle Länge. Spontan vergoren. Vollhefelager. Große, hundertjährige Fässer. Nur grobe Filtration. Rating 7/12
Kein typischer Pfälzer – und deshalb umso spannender.


Weingut Grimm, Schweigen-Rechtenbach

“âge” Pinot Noir trocken 2014
Winzer Andreas Grimm. Präsentes Holz: rauchige, zigarrige Nase, geröstete Nüss. Dunkle Früchte. Präsente Frische im Mund, schöne Spannung, lebendige Säure. Finesse. Kalkhaltige Böden. Handlese. 2 Wochen Maischestandzeit. 18 Monate Barrique, ein Drittel davon Neuholz. Rating 6/12
Märchenhafter Pinot noir aus dem Hause Grimm.


Weingut Jülg, Schweigen-Südpfalz

“Kalkmergel” Spätburgunder trocken 2014
Winzer Johannes Jülg. Fassprobe – noch nicht abgefüllt. Kirschnase, Brombeere, Blaubeere. Fast likörige Anklänge. Kühler Grip im Mund. Sehr schönes Säurespiel, toll am Gaumen, elegant, finessenreich. Noch etwas unausgewogen, aber das wird sich im Lauf der Zeit legen. Potenzial. Rating 7/12
Spätburgunder liebt den Kalkmergel – und wir genauso.


Weingut Stefan Meyer, Neustadt-Mußbach

Rhodt Rosengarten Pinot noir trocken 2013
Winzer Stefan Meyer. Wunderschöne deutsche Pinot-Nase. Im Mund ausgewogen, cremig, finessenreich. Gute Struktur. Nicht weichgespült, sondern mit eleganter Schroffheit. Handlese, strenge Selektion im schwierigen Jahr 2013.  Beigabe von Rappen zur Maische. 50% neues Barrique. Keine Filtration. Gut und gerne zehn Jahre Potenzial. Sehr gut. Rating 8/12
Toller Pinot Noir aus deutschen Landen. Love it!


 

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