Masterclass Prosecco Superiore & Chianti Classico

Masterclass Prosecco Superiore & Chianti Classico

Lustige Kombination, die uns die Italiener da auf den Tisch stellen: Prosecco Superiore und Chianti Classico. Der unbeschwerte Perlwein und der tiefgründige Rote – das neue Dolce-vita-Dreamteam?

Bevor wir die Nase ins Glas stecken, muss vorweg noch gesagt werden: Die Bezeichnung “Chianti Classico” ist korrekt. Aber “Prosecco Superiore” – den Begriff gibt’s genau genommen gar nicht.

Korrekt müsste es heißen: “Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore”. Im Idealfall noch mit einem DOCG hintendran. (Warum dieser Kauderwelsch und wie sich die Prosecco-Spitzenerzeuger damit schön mal selbst das Glas umschmeißen, in das sie eigentlich einschenken wollten – all das erzählen wir in Kürze in unserer Rubrik Gemischte Sätze.)

In einer Masterclass im Hamburger Hotel Atlantic am 20. Juni 2016 präsentierte Moderator Jens Priewe aktuelle Entwicklungen und Jahrgänge anhand von vier ausgewählten Prosecco und sechs Chianti Classico, letztere mit jeweils zwei Annata, zwei Riserva und zwei Gran Selezione.

Also: Dolce-vita-Dreamteam? Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Vorausgesetzt, man hat sie nicht zusammen im Glas. Sondern für beide das jeweils passende. 🙂

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Biancavigna, Ogliano

Coneglaino Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut Millesimato 2014
100 % Glera. Alkohol 11 %, Restzucker 8 gr., Säure 7 gr. Helles, fast transparentes gelb mit grünlichen Reflexen. Brausige, fruchtige Nase, florale Töne. Aufschäumende Perlage, süßliche Frucht, birnig. Rating 5/12
Jahrgangs-Prosecco mit schönem Aromenspiel.


Le Colture, Santo Stefano di Valdobbiadene

Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut “Gerardo” Rive di S. Stefano 2014
Alkohol 11,5 %, Restzucker 6 gr., Säure 5,5 gr. Helles, fast transparentes Gelb. Weinige, herbe Nase, Apfelschale, etwas Urea-Noten. Herbe Aromatik, schön mit Süße abgestimmt. Apfel, ausgewogen, schöner Nachhall. Rating 6/12
Prosecco aus Steillage kann was – schön.


La Tordera, Vidor

Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Extra Dry “Serrai” 2015
Alkohol 11,5 %, Restzucker 16 gr., Säure 6 gr. Helles Gelb mit kupferfarbenen Reflexen. Fruchtige Steinobstnase. Trockene Aromatik, helle Früchte, mineralisch, cremig, weich, schönes Mundegfühl, beeindruckenden Länge. Rating 6/12
Der kann gut und gern ein ganzes Menü begleiten.


Bisol, Santo Stefano di Valdobbiadene

Vadobbiadene Superiore di Cartizze DOCG Dry 2014
Alkohol 11,5 %, Restzucker 23 gr., Säure 5,5 gr. Helles Gelb. Herbe Nase, reif, üppig, vielversprechend. Fruchtig ausgebuat, weiße Früchte, voll, cremig, üppig, gefällig. Gut! Rating 6/12
Aus Top-Lage Cartizze, die nur zehn Erzeuger bewirtschaften.



Badia a Coltibuono, Gaiole in Chianti

Chianti Classico DOCG Badia a Coltibuono 2014
100 % Sangiovese. Alkohol 13,3 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 6 gr. Helles Rot. Pflaume in der Nase, etwas Gewürz, leicht kompottig. Im Mund dunkle Früchte, Kirsche, präsente Säure, sauber, frisch, animierend. Rating 5/12
Schönes Rotwein-Darling für jeden Tag.


Fattoria Le Fonti, Greve in Chianti

Chianti Classico DOCG Le Fonti 2013
90 % Sangiovese, 8 % Merlot, 2 % Cabernet Sauvignon. Alkohol 13,5 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 5,8 gr. Nase mit grünen Tönen, leicht alkoholisch, schweißig. Im Mund herb, kräutrig, zupackend. Wenig Frucht, deutlich vom Holz geprägt, füllig, gute Struktur. Rating 5/12
Nur zwei Prozent Cabernet Sauvignon und so präsent.


Vignamaggio, Greve in Chianti

Chianti Classico DOCG Riserva Gherardino 2013
90 % Sangiovese, 10 % Merlot. Alkohol 13,5 %, Restzucker < 0,5 gr., Säure 5,2 gr. Feine Nase, elegant, schwarze Früchte, Kirsche, kein vordergründiges Holz. Im Mund ausgewogen, schwarze Kirsche, Kirschkern, rassige Säure, straff, fordernd, feinkörniges Tannin. Rating 7/12
Gut gemachte Riserva, die noch Zeit haben möchte.


Castello di Albola, Radda in Chianti

Chianti Classico DOCG Castello di Albola 2012
95 % Sangiovese, 5 % Canaiolo. Alkohol 13 %, Restzucker < 4 gr., Säure 5 gr. Dichtes, klares Rot. Kräuter, Würze, dunkle Früchte in der Nase. Weich im Mund, rund, voll, saftig, harmonisch balanciert, gute Struktur. Gut! Rating 7/12
Berater aus dem Bordeaux am Werk – man schmeckt’s.


Barone Ricasoli, Gaiole in Chianti

Chianti Classico DOCG Gran Selezione Castello di Brolio 2013
90 % Sangiovese, 5 % Cabernet Sauvignon, 5 % Petit Verdot. Alkohol 13,5 %, Restzucker 0,2 gr., Säure 5,9 gr. Dichtes, intensives Tiefrot. Dunkelbeerige Nase, Aschetöne. Wildfruchtig, spürbare Säure, gut balancierter Mund, Eleganz bei toller Struktur. Sehr gute Qualität. Potenzial. Rating 8/12
Hier zeigt die neue Kategorie Gran Selezione, was sie kann.


Rocca delle Macie, Castellina in Chianti

Chianti Classico DOCG Gran Selezione Riserva di Fizzano 2012
95 % Sangiovese, 5 % Merlot. Alkohol 13,5 %, Restzucker 2,8 gr., Säure 5 gr. Faszinierende, reiche Fruchtnase: dunkle Kirschen, dunkle Beeren. Fülle im Mund, weich, super balanciert, sagenhafte Struktur. Tolle Aromatik, Kirsche in Reinkultur. Tiefgründig, facettenreich, groß. Jetzt schon gut, in zwei, drei Jahren noch besser. Potenzial. Rating 9/12
Wenn ich groß bin, will ich mal Brunello-Killer werden.


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Rotwein on the rocks!
Côtes du Rhône mit Sebastian Bordthäuser

Red on the rocks! Rotwein auf Eis. Gibt’s nicht, meinen Sie? Von wegen. Kommt sogar in den besten Kreisen vor. Gerade Dienstag wieder …

Hamburg, Eppendorfer Weg. Chice Loft-Location im Hinterhof. Vierzig offene Côtes du Rhône warten darauf, vernascht zu werden. Draußen Sommer. Temperaturen um die 27° C. Drinnen gefühlt mehr.

Und was macht Sommelier Sebastian Bordthäuser? Knallt die Flaschen aufs Eis! Nicht nur die weißen. Auch die roten! Ist der Typ verrückt?

Nö. Einfach nur gut.

Und nutzt das Thema “Red on the rocks” gleich zur Anmoderation seiner Masterclass. “Ehrlich gesagt, freue ich mich sogar, dass es heute so heiß ist bei unserer Rhône-Probe”, grinst Bordthäuser. “Denn das ist typisch deutsch: im Sommer leichte Terrassenweine – schwere Rote nur im Winter vorm Kamin. An der Rhône trinken sie ihre Roten auch im Sommer!”

Allerdings: Dicke Châteauneuf oder fette Gigondas gehen natürlich gar nicht bei dem, was Otto-Normaltrinker so unter “Zimmertemperatur” versteht. Mit 25° C ins Glas? Da fliegen einem selbst die größten Weine um die Ohren, werden alkoholisch, träge, breit und wollen müde in den Ausguss.

Was ist die Lösung? Ab in den Kühlschrank! Die Roten? Na, logisch! Oder, wenn’s fix gehen muss, Kühlmanschette drum bzw. rauf aufs Eis – wo sich die Weißen hoffentlich auch schon tummeln. Das ist beileibe kein Frevel. Das ist einfach nur vernünftig.

Die kühlere Temperatur stützt beim Rotwein die Säure in punkto Frische, gibt den Weinen mehr Kontur, die Tannine bekommen zwar etwas mehr Grip, aber dafür wird der Alkohol zurückgehalten und fliegt nicht in die Nase.

Nachteil beim Schockfrosten auf Eis: schwer zu steuern. Und so kamen einige Rote deutlich unterkühlt ins Glas. Na und? Macht nix. Denn eine der goldenen Regeln bei uns im wineroom besagt: Warm werden sie von ganz alleine. Erst recht bei tropischer Hitze. Dann erreichen die Roten schnell ihr ideales Temperatur-Fenster. Also ran an die Eisbomben.


Rotwein bei Zimmertemperatur ist ein großes Thema

Hätte durchaus an der Tür der Côtes-du-Rhône-Masterclass hängen können: einer der zehn coolen Türhänger, die jeder Weinliebhaber braucht. Denn bei Außentemperaturen von 27° C kamen nicht nur die Weißen, sondern auch die Roten deutlich runtergekühlt ins Glas. Gut gemacht! (Die anderen neun Türhänger gibt’s übrigens hier.)


Domaine Guy Farge

Saint Joseph, Vania 2015
Weiß. 80 % Marsanne, 20 % Roussanne. 30 Jahre alte Reben. Granit in verschiedenen Verwitterungsstufen und Löss. Spontanvergoren. Würzig, in der Nase, kräutrig, helle Früchte. Super strukturiert im Mund, kraftvoll, frisch mit leichtem süßlichem Kern. Potenzial. Rating 7/12
Weiße Saint Joseph sind mega-angesagt in Frankreich – Vania zeigt, warum.


Domaine Saint Amant

Côtes du Rhône Villages, La Tabardonne 2013
Weiß. 90 % Viognier, 10 % Roussanne. Wächst auf 400 bis 600 m Höhenlage. 25 hl/ha Ertrag. 2 Jahre in französischer Eiche. 6.000 Flaschen. Nase: Wachs, Mandeln, helle Früchte. Mund: cremig, gut strukturiert, erstaunlich frische Säure für Viognier, überhaupt nicht breit. Rating 7/12
Gilt als einer der besten Viognier außerhalb von Condrieu.


Domaine Maby

Lirac, Casta Diva 2015
Weiß. 50 % Viognier, 50 % Grenache (vermutlich wohl Grenache blanc). Auf dem Plateau von Lirac gewachsen. 36 Jahre alter Bestand. Einzelstock-Erziehung. Ertrag 36 hl/ha. Drei Monate in neuem Holz. 3.600 Flaschen. Duftige Nase, exotisch, floral. Im Mund voll, opulent, konzentriert, frisch dabei. Schöne Länge. 5 bis 8 Jahre Reifepotenzial. Sehr gut. Rating 8/12
Diese Diva hat Wumms und nimmt’s mit allem auf: Lamm, Gewürze, Kräuter, Schärfe …


Domaine Saint Damien

Côtes du Rhône, La Bouveau 2014
Rot. Syrah (2003 gepflanzt), Cinsault (1954 gepflanzt), Grenache (1959 gepflanzt). Spontan vergoren. 5 Wochen in Beton vergoren, 8 Monate in Beton gereift. Philippe Cambie (der “Michel Rolland von der Rhône”) berät das Weingut. Nase leicht kompottig, rotbeerig. Saftig, gut strukturiert, Tannin noch etwas rau. Gut gemacht. Rating 6/12
Nur ein “kleiner” Côtes du Rhône? Dafür richtig gut.


Laveau SAS

Gigondas, Lavau 2013
Rot. 50 % Grenache, 40 % Syrah, 10 % Mourvèdre. Wachsen auf 100 bis 600 m Höhe. 35 hl/ha Ertrag. Geile Nase: dunkle Früchte, Pfeffer, leichte Animalik. Im Mund Dichte, Struktur, Kraft, saubere, dunkle Früchte, feines Tannin. Konzentriert und doch frisch dabei, spritzig, elegant. Potenzial bis 2023. Sehr gut! Rating 8/12
Großes Kino, wie er sich im Temperatur-Fenster entwickelt.


Domaine Grand Nicolet

Côtes du Rhône, Vieilles Vignes 2014
Rot. 65 % Grenache, 25 % Syrah, 10 % Mourvèdre. Rebbestand im Schnitt 60 Jahre alt. Ertrag 30 hl/ha. Handernte. Spontan. Ganztraubengärung. Kein Entrappen. Drei Tage Maischestandzeit. Ausbau im Zementtank. Nase leicht dropsig, kandierte Früchte, Kandis, rote Beeren, Zimtnoten. Am Gaumen gut strukturiert, fleischig, Frucht, dicht, frische Säure, angenehme Herbe. Rating 6/12
Noch ein “kleiner” Côtes du Rhone, der dafür aber ganz groß ist.


La Bastide Saint Dominique

Côtes du Rhône Villages Cairanne, Les 2 Arbres 2014
Rot. 25 % Grenache, 25 % Syrah, 25 % Carignan, 25 % Mourvèdre.Vom roten Sandstein, mergelige Terrassen. 18 Tag im Edelstahl vinifiziert. Ausbau 12 Monate im Stahl. Ungeschönt, leicht gefiltert. Nase beerig, etwas Likör, Kräuter, leicht laktisch. Im Mund straff, blättrige Noten, feinkörniges Tannin, Frische, mittlere Länge. Rating 5/12
Die “zwei Bäume” aus dem Edelstahl machen frischen Spaß.


Château de Saint-Cosme

Côtes du Rhône, Saint-Cosme Sélection 2014
Rot. 100 % Syrah. Rebmaterial von der Nord-Rhône kombiniert mit Material aus dem Süden. Entrappt. 12 Monate in gebrauchten Barriques. Ungeschönt, ungefiltert. Früchte-Potpourri in der Nase: Johannisbeere, Kirsche, auch Kräuter. Saftig, zupackend, straff abgestimmt, dabei Eleganz und Frische. Gut gearbeitet. Rating 6/12
Populäres Weingut, populärer Wein: “Pleasing”, lacht der Kollege nebenan.


Domaines Paul Jaboulet Aîné

Crozes-Hermitage, Domaine de Thalabert 2012
Rot. 100 % Syrah. Reben 40 bis 60 Jahre alt. Verwitterte Granitböden auf Terrassen. Traditioneller Ausbau im Tonneau. Super feine Nase, Früchte zum Reinbeißen, elegant, frisch, leichte Animalik. Im Mund saftige Eleganz, vibrierend, frisch, mineralisch, animierend, komplex, tolle Länge. Potenzial. Rating 8/12
Jetzt schon klasse – in zehn Jahren noch besser.


 

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“Brunello & Co.” mit Weinteacher Ed Richter

“Brunello & Co.” mit Weinteacher Ed Richter

Ob das wirklich eine gute Idee war: eine Masterclass vor diesem Panorama abzuhalten? Die Aussicht aus dem obersten Stockwerk des Emporio Tower gehört zu den spektakulärsten, die Hamburg zu bieten hat.

Erst recht, wenn das Wetter es gut meint und dem Betrachter die selbsternannte schönste Stadt der Welt so prachtvoll vor die Füße legt. Bei diesen Aussichten, bitte: Wer soll sich da auf Wein konzentrieren?

Hamburg Panorama

Spektakuläre Aussicht auf Hamburg von den Messehallen über Fernsehturm, Planten un Blomen und SAS Radisson bis rüber zur Alster. Wer soll sich da bitteschön auf Wein konzentrieren?

Weinteacher Ed Richter gab sich jedenfalls alle Mühe vom atemberaubenden Panorama abzulenken – durch ein ebenso atemberaubendes Outfit.

Breit gestreifte Hose, dazu ornamental reich besticktes Hemd, derart unübersehbar trat er in drei Masterclasses vors Publikum. Für so viel italienisches Stilgefühl gab es denn auch reichlich Aufmerksamkeit und anerkennende Blicke.

Stylishes Outfit, sensationelles Panorama – war sonst noch was? Ach, stimmt ja – Wein gab’s auch zu probieren. Die Handelskammer von Siena (Camera di Commercio Siena) hatte knapp dreißig Winzer in die Reisetasche gepackt und nach Hamburg geflogen, um “Tuscany – A Land of Wine” zu präsentieren. Da gab es schöne Entdeckungen ins Glas.

Bemerkenswert zum Beispiel: die beiden Spumante von Baracchi Winery (Cortona, Arezzo, www.baracchiwinery.com). Der erste: Weiß, 2012, aus 100 % Trebbiano, zwei Wochen auf der Maische, Metodo Classico, saftiges Gelb, herrlich dicht, aromatisch lang. Das kann Trebbiano? Wow!

Der andere: Rosé, 2013, aus 100 % Sangiovese, ebenfalls Metodo Classico, zwei Jahre Flaschenreife, von Frische, Säurespiel und eleganter Würze getragen – klasse strukturierter Rosé.

Ebenfalls herausragend: Fattoria di Sammontana (Montelupo Fiorentino, Firenze, www.fattoriadisammontana.com) – und zwar mit allen Weinen. Vom bionadigen Alberese über die Chianti-Klassiker bis hin zu den beiden IGTs: dem Merlot Primo Fuoco, ausgebaut in der Amphore, saftig, reif und dicht, und dem Cabernet Sauvignon von 2004, der sich immer noch knackig und jugendlich zeigte. Super gemacht, Jungs!

Okay, werfen wir einen Blick auf die Masterclass “Brunello & Co.”. Die hatte in drei Flights mit je drei Weinen und einem vierten als Einzelgänger und Schlußlicht ausschließlich 100 % reinsortigen Sangiovese in der Flasche.

Alle Weine waren schon am Abend vor der Verkostung geöffnet und geprüft worden. Sehr gut! So viel umsichtige Planung und Vorbereitung wie hier von  Sommelier Ed Richter würde man sich öfter wünschen. Dann also bitte: Vorhang auf, Mr. Weinteacher!


La Fiorita, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2010
Zeigt leichte Reife im Glas, aufgehellte Ränder. Veilchen, Rosenblätter, Tabak, etwas Schweißfuß. Noch jung im Mund, leichter Typ, fein, Eleganz, würzig, schöne Süße in der Mitte, Länge. Schon trinkbar, aber noch Reifepotenzial. Rating 7/12
Durchgehender, gerader Brunello aus Parade-Jahrgang.


La Togata, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino La Togata DOCG 2011
Aufgehellte Ränder. Veilchen, Kirsche, Würze. Im Mund sperriger, kantiger, spröder. Sehr jung, mag noch nicht getrunken werden, will sich erst noch entwickeln. Hatte lange Mazeration. Rating 6/12
Gebt mir mehr Zeit, dann zeige ich vielleicht, was ich kann.


Canneta Societa Agricola S.R.I., Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2011
Feine Fruchtnoten. Herbheit im Mund, geile Würze, schöne Tiefe, süße Länge. Tannin steif, zu jugendlich. Elegant und komplex für den schwierigen Jahrgang 2011. Trinken ab 2020, dann klasse. Rating 8/12
“Ein Igel im Glas” nannte ihn Weinteacher Ed Richter.


Le 7 Camicie, Montalcino, Siena

Brunello di Montalcino DOCG 2011
Animalisch in der Nase, dazu kalte Asche, grüne Kräuter, leicht medizinal. Gute Struktur, komplex, tiefe Kompaktheit, die Frucht tief unten verpackt. Süße, Wärme, am Ende straffes Tannin. Zeit geben. Rating 8/12
Toller Brunello, der seine Klasse ab 2018 langsam zeigen wird.


Poggio al Gello, Paganico, Grosseto

Rosso del Gello Montecucco DOCG 2011
Südlich der Toskana beheimatetes Bio-Weingut. Geröstete Kaffeebohnen in der Nase und Karamel. Im Mund weich, saftig, toll konzentriert, Dichte, Würze, schöne Länge. Passend zum Bio-Anspruch: spontan vergoren. Rating 7/12
Schöner kleiner Brunello-Killer!


Lornano, Monteriggioni, Siena

Chianti Classico DOCG 2012
Wein von Weinmacher Matteo Bernabei, Sohn des Önologen Franco Bernabei. Fruchtige, florale Noten, Espresso, animalisch. Ausgewogen im Mund, Kaffee, Kakao, präsente Säure. Sehr gut gearbeitet, internationaler Typus, gute Holzarbeit, schon trinkbar. Rating 8/12
Flasche auf den Tisch und bistecca dazu!


Leuta, Cortona, Arezzo

Solitario di Leuta Cortona DOC 2012
Über 40 Jahre alte Reben. Vergoren und malolaktische Gärung in gebrauchten Barriques. Zurückhaltende Nase, etwas Animalik, Leder, Tabak, Veilchen. Fein strukturiert im Mund, tolle Kirschnote, super elegant, schöner Trinkfluß. Toll gemacht! Rating 7/12
Echter Trinkspaß, auf den man nicht mehr zu warten braucht.


Casale dello Sparviero, Castellina, Siena

Chianti Classico DOCG 2012
Vertreter der neuen Spitzenstufe “Gran Selezione”. Ertrag bei 40hl/ha. Dunkles Rot. Süße Amarena-Kirsche mit Lederslippern in der Nase. Tolle Struktur am Gaumen, megaweich in der Mitte, gute Länge. Ausbau in slowenischer Eiche. Rating 7/12
Respekt, gut gemacht – wird trotzdem nicht der Lieblingswein.


Fattoria Santo Stefano, Greve, Firenze

Chianti Classico DOCG 2013
Jugendliche Farbe. In der Nase Karamelbonbon, aber auch krautige Töne. Elegantes Gaumenspiel, mittlere Länge. Jugendliche Anmutung. 13.000 Flaschen Gesamt-Produktion. Rating 6/12
Kann man machen, muss man aber nicht


Il Cavalierino, Montepulciano, Siena

Sanlor DOC 2009
Aufhellungen am Rand. Deutlich gereifte Nase mit super eleganten Lederschuhen, einladend, süßlich, toll. Im Mund disparat: zurückhaltend, schwache Aromen, unausgewogen, Loch in der Mitte. Rating 5/12
Viel gewollt im schwierigen Jahr 09 – wenig eingelöst.


Transparenz-Hinweis: Die Verkostung am 10. Mai 2016  erfolgte auf Einladung der Handelskammer von Siena. Autor Edgar Wilkening ist mit Weinteacher Ed Richter persönlich befreundet und verkostet regelmäßig mit ihm Weine – nicht nur italienischer Provinienz.

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Generation Pfalz Masterclass 2016

Generation Pfalz Masterclass 2016

Unter dem sinnigen Motto “Je feiner – desto besser” stand die Masterclass am 13. April im Literaturhaus Hamburg. Axel Biesler präsentierte Gewächse von jungen Pfälzer Winzern, die sich unter dem Label “Generation Pfalz” zusammengefunden haben. Auf dem Tisch: vier Rieslinge, drei Pinot Noirs, allesamt aus den Jahren ’13 bis ’15.

Die Expertenmeinungen am Tisch zu den Weinen gingen weit auseinander, lagen oft sogar diametral entfernt. Was der eine als sperrig und unattraktiv empfand (“Nach maximal einem Glas bin ich satt von dem Wein”), bewerteten andere als animierend und voller Trinkfluss (“Ich könnte erst aufhören, wenn die Flache leer ist.”).

Und vielleicht ist das das Bemerkenswerte an dieser Masterclass: dass es einer neuen Generation gut ausgebildeter Winzer gelingt, mit ihren Pfälzer Weinen Kontroversen auszulösen – statt einfach nur bräsig jedermann “Zum Wohl” (Pfalzwein-Slogan) zu sein. Also, wer sagt’s denn – geht doch.


Weingut Margarethenhof, Forst an der Weinstraße

Forst Ungeheuer Riesling Kabinett trocken 2014
Winzer Yvonne und Martin Lucas. Riesling-Weingut mit Pfälzer Vorzeigelagen. Klare Pfirsichnase, fruchtbetonte Kabinett-Leichtigkeit. Deutlich auf der fruchtbetonten Seite. Saftig, dicht. Abgestufte Spätlese. Edelstahl. Reinzucht. Rating 5/12
Typischer Pfalz-Kabinett für unkomplizierten, fruchtigen Genuss.


Weingut Jesuitenhof, Dirmstein

“Kalkmergel” Dirmstein Riesling trocken 2015
Winzer Moritz Schneider. Leichte Kohlensäure-Perlung im Glas. Von seiner Jugendlichkeit geprägt, fruchtbetont, leicht dropsig, fast parfümiert. Klare, reife Frucht, exotische Noten. Ausgewogen, harmonisch, klar. Über Nacht auf der Maische gestanden. Stahltank. Reinzucht. Rating 5/12
Herrlich der Kalkmergel im mineralischen Ausklang.


Weingut Schäfer, Neustadt-Mußbach

“Limit” Haardt Herrenletten Riesling trocken 2014
Winzer Frank Schäfer. Setzt sich mit der Linie “Limit” klar von der Vorgeneration ab. Deutlich weniger fruchtbetonter Riesling. Würzige Noten. Stoffig, cremig, dicht, vielschichtig, mineralisch. Toller Trinkfluss, schöne Länge. Nur 800 Flaschen. Ertrag bei 35 hl/ha. Lehmböden. 30 Jahre alte Reben. Handlese. Viereinhalb Monate Lager auf der Vollhefe. Rating 7/12
Klasse gemacht – da gehen wir mit bis ans Limit.


Weingut Gabel, Herxheim am Berg

Bissersheim Goldberg Riesling trocken 2014
Winzer Oliver Gabel. Zunächst zurückhaltend in der Nase, kaum Fruchtnoten, entwickelt sich im Laufe der Zeit aber deutlich weiter ins Würzige. Liebstöckel-Aromen. Spannende Entwicklung, wie der Wein sich öffnet. Im Mund ausgewogen, dicht, cremig, komplex, tolle Länge. Spontan vergoren. Vollhefelager. Große, hundertjährige Fässer. Nur grobe Filtration. Rating 7/12
Kein typischer Pfälzer – und deshalb umso spannender.


Weingut Grimm, Schweigen-Rechtenbach

“âge” Pinot Noir trocken 2014
Winzer Andreas Grimm. Präsentes Holz: rauchige, zigarrige Nase, geröstete Nüss. Dunkle Früchte. Präsente Frische im Mund, schöne Spannung, lebendige Säure. Finesse. Kalkhaltige Böden. Handlese. 2 Wochen Maischestandzeit. 18 Monate Barrique, ein Drittel davon Neuholz. Rating 6/12
Märchenhafter Pinot noir aus dem Hause Grimm.


Weingut Jülg, Schweigen-Südpfalz

“Kalkmergel” Spätburgunder trocken 2014
Winzer Johannes Jülg. Fassprobe – noch nicht abgefüllt. Kirschnase, Brombeere, Blaubeere. Fast likörige Anklänge. Kühler Grip im Mund. Sehr schönes Säurespiel, toll am Gaumen, elegant, finessenreich. Noch etwas unausgewogen, aber das wird sich im Lauf der Zeit legen. Potenzial. Rating 7/12
Spätburgunder liebt den Kalkmergel – und wir genauso.


Weingut Stefan Meyer, Neustadt-Mußbach

Rhodt Rosengarten Pinot noir trocken 2013
Winzer Stefan Meyer. Wunderschöne deutsche Pinot-Nase. Im Mund ausgewogen, cremig, finessenreich. Gute Struktur. Nicht weichgespült, sondern mit eleganter Schroffheit. Handlese, strenge Selektion im schwierigen Jahr 2013.  Beigabe von Rappen zur Maische. 50% neues Barrique. Keine Filtration. Gut und gerne zehn Jahre Potenzial. Sehr gut. Rating 8/12
Toller Pinot Noir aus deutschen Landen. Love it!


 

Messaline Corbières Boutenac 2011

Was ist die Vorgeschichte?Nackige Schönheiten aufm Etikett – für gewöhnlich...

Tschida 2012 Non-Tradition

Was gab’s ins Glas? Tschida Grüner Veltliner 2012 Non-Tradition...

Mittelrhein Weinmesse 2016 in Bacharach

Wenn man aus einer der großen Metropolen kommt, wirkt Bacharach...

Künstler Kostheim Weiß Erd 2009

Was ist die Vorgeschichte? Immer, wenn Geheimagent Null-Null-Neun auf dem...

Sommelier Ed Richter im Video
zum Jahrgang 2014 in Italien

Gerade mal zwanzig Sekunden, aber die haben es in sich. Rhythmus, Power,...

Helmut Mades als Vorbild am Mittelrhein

Wenn Kollegen mit so viel Respekt über einen der Ihren sprechen, muss es sich...

Murmure

Was gab’s ins Glas?Champagner "Murmure" Brut Nature Blanc de Blancs Premier...

Wein versus Bier, Gin, Limo
Runde Vier: Wie hoch ist der Zeitaufwand?

Drei Runden lang gingen die Punkte in unserem Fakten-Check klar an Wein....

“Brunello & Co.” mit Weinteacher Ed Richter

Ob das wirklich eine gute Idee war: eine Masterclass vor diesem Panorama...

Weingut Mades 2002 Bacharacher Posten Spätlese

Was gab’s ins Glas? Weingut Mades Mittelrhein 2002 Bacharacher Posten Riesling...

Wann werden die Trauben gewaschen?

Hallo Dr. Sommelier, jede Hausfrau weiß ja, wie wichtig es ist, Gemüse und...

Castello di Querceto Chianti Classico Riserva 1985

Was ist die Vorgeschichte?Im Sommer 1997 war der Autor zu Gast in der Toskana...

Die deutsche Ausgabe des früheren Benetton-Fotograf

Verblüffend, wie sehr sich Geschichten manchmal ähneln. Zum Beispiel die des...

2Naturkinder 2014 Heimat Silvaner

Was gab’s ins Glas?2Naturkinder 2014 Heimat Silvaner, Landwein Main, 10,5 %...

Domaine Duroché Gevrey-Chambertin 2013

"Von einem jungen Nachwuchs-Winzer!" Dieses freudige Juchheissa der Weinszene...

Jurtschitsch GrüVe 2015

Was war im Glas?GrüVe 2015, Grüner Veltliner, trocken, 11,5 % vol.,...

Road Trip durch Neuseeland mit Christoph Raffelt

Road Trip durch Neuseeland mit Christoph Raffelt

Andere Seite der Welt, andere Erd-Halbkugel, anderer Rhythmus: Es gehört zu den Kuriositäten der globalisierten Weinwelt, dass wir den Jahrgang 2015 aus Neuseeland schon im Glas haben, während die deutschen Winzer noch nicht mal ihre Ernte 2015 vollendet haben. Auf der anderen Seite der Welt beginnt die Lese etwa im März. Ab dem Sommer stehen die ersten Weine des neuen Jahrgangs dann bereit.

Tiefstes Down Under – und dabei ganz weit oben: Top-Weine aus Neuseeland.

Der Verband “New Zealand Winegrowers” hatte in die Hamburger Speicherstadt eingeladen. Gut ein Dutzend Winzer und Importeure zeigten nicht nur 15er, sondern vor allem auch ältere Jahrgänge. Fazit: Down Under zwar, aber ganz weit oben.

Elf ausgewählte Muster präsentierte Christoph Raffelt als kompetenter Moderator in Form eines “Road Trip durch Neuseeland”. Erst Anfang des Jahres hatte er die Kiwi-Islands bereist und sich vor Ort persönlich über den Stand der Weinwirtschaft informiert. Impressionen und Berichte der Reise auf Raffelts exzellent recherchiertem Wein-Blog originalverkorkt.de.


Nautilus Estate, Marlborough

Nautilus Cuvée Brut Marlborough NV
Sekt, Weiß | 70 % Pinot Noir, 30 % Chardonnay | 10 bis 15 % Anteil Reserveweine | 3 Jahre Hefelager | Holzfass | 12 % vol.
Helles Strohgelb. Zurückhaltende Biskuit-Nase. Elegant, zart aromatisch, feine Perlage, schön balanciert. Rating 6/12
Neuseeland? Neusektland! Winzersekt vom anderen Ende der Welt – gut.


Framingham Wines, Marlborough

Framingham Classic Riesling 2013
Angekündigt war der “Framingham F Series Old Vine Riesling Marlborough 2o14”, der aus dem ältesten Weinberg des Weinguts kommt. Durch ein Versehen wurde stattdessen der “Framingham Classic Riesling 2013” ausgeschenkt:
Anflug von Petrol in der Nase. Kraftvoll im Mund, saftig, fruchtig, pfeffrig, schöne Länge, süßlicher Ausklang. Rating 6/12
Spannend gemachter Riesling mit neuseeländischer “Mosel”-Interpretation.


Seresin Estate, Marlborough

Seresin Pinot Gris Marlborough 2014
Weiß | Biodynamie | Handernte | Spontanvergoren | Ausbau in altem Holz | 5 g Restzucker |  14,5 % vol. | € 18
Quitte und Apfelkuchen in der Nase. Süßlicher Auftakt, reiches Aroma, Schmelz, lebendige Säure, schöne Länge, herber Ausklang. Rating 7/12
Schöner Grauburgunder-Zauber vom “Harry Potter”-Kameramann.


Craggy Range, Hawke’s Bay

Craggy Range Te Muna Road Vineyard Sauvignon Blanc Martinborough 2014
Weiß | Ertrag knapp 100 hl/Hektar | 15 % Ernte von Hand | 85 % entrappt, 15 % ganze Trauben | Kombinierter Ausbau in Edelstahl, Fässern und Barriques | 3 g Restzucker |  12,5 % vol. | € 18
Hellgelb im Glas, grüne Reflexe. Kräftige Sauvignon-Blanc-Nase: saftige Limone, grüner Tomatenstrauch, grüne Banane. Ebenso kraftvoll und aromatisch im Mund, gut balanciert, beeindruckende Länge, die kaum von der Zunge rollen will. Rating 6/12
1A-Prototyp für aromatischen Sauvignon-Blanc, der Neuseeland in alle Munde brachte.


Dog Point Vineyards, Marlborough

Dog Point Section 94 Sauvignon Blanc Marlborough 2013
Weiß | Spontangärung | 18 Monate in gebrauchtem französischen Holz | 2 g Restzucker | 14 % vol. | € 25
Helles Strohgelb. Präsentes Zündhölzchen in der Nase. Blüte, Frucht. Wuchtig im Mund, rough, kalkige Mineralität, vitale Säure, schöne Länge. In der Nase insgesamt spannender als es im Mund eingelöst wird. Rating 7/12
Wer früher mit Knallblättchen-Pistolen gespielt hat, wird bei dieser Nase in die Kindheit katapultiert.


Pegasus Bay Winery, Waipara

Pegasus Bay Chardonnay 2013
Weiß | 30jährige, wurzelechte Reben | Spontangärung | 18 Monate Ausbau in Punchons (450- bis 500-Liter-Fässer), 30 % davon neues Holz | 1 g Restzucker | 13,5 % vol. | € 30
Saftiges Gelb. Kräutrige, fast medizinale Nase. Auch im Mund kräutrig, elegant, gut strukturiert, tolle Länge. Klasse gearbeitet. Rating 7/12
Die Referenz bleibt Burgund. Aber dieser Pegasus verleiht dem Gaumen wahrhaft Flügel.


Neudorf Vineyards, Nelson

Neudorf Moutere Chardonnay 2013
Weiß | Handlese | ganze Trauben verarbeitet | spontanvergoren | 12 Monate Ausbau  in Puncheons (450- bis 500-Liter-Fässer), 26 % davon neues französisches Holz medium toasted | 4 Monate auf der Feinhefe | 2 g Restzucker | 14 % vol. | € 40
Warmes Gelb. Nase mit Eisbonbon/Hustenbonbon, Steinobst, Biskuit. Kraftvoll im Mund, ohne breit zu werden, toll strukturiert, cremiger Schmelz, animierende Säure, komplex. Super Trinkfluss. Hervorragend gemacht. Rating 8/12
Der Folge-Jahrgang 2014 hat 100 Punkte abgeräumt. Dieser 13er gibt eine Vorahnung, warum.


Quartz Reef Wines, Otago

Quartz Reef Pinot Noir 2013
Rot | Biodynamisch und Demeter-zertifiziert | Handlese | knapp 20jährige Reben | Nach der Pressung direkt in Barriques vergoren, französisches Holz, 24 % neu, 33 % ein Jahr alt, 43 % älter | 14 % vol. | € 33
Warmes Rot. Zurückhaltende Nase, dunkle Früchte, etwas alkoholisch. Schöner Auftakt im Mund, zurückhaltende Fruchtaromatik, schlank, verschlossen, in der Länge herb und spröde. Rating 7/12
Eher schlanker Pinot Noir, der im Moment die kühle Schulter zeigt.


Schubert Wines, Martinborough

Schubert Marion’s Vineyard Pinot Noir Wairarapa 2012
Rot | Handlese | 100 % entrappt | Kaltmazeration in Edelstahltanks | 3 Wochen Mazeration | Ausbau 16 Monate in Barriques aus französischer Eiche, 40 % neu, 60 % gebraucht | 14 % vol. | € 33
Leuchtendes Rot. Einladende, liebliche Nase mit Anflügen an deutsche Spätburgunder. Schöne Frucht, elegant, schlank, würzig, Länge. Schmeichelnder, betörender Pinot Noir. Rating 8/12
Schwäbische Präzisionsarbeit der deutschen Auswanderer-Familie Schubert.


Man O’ War Vineyards, Waiheke Island

Man O’ War Bellerophon Syrah-Viognier 2014
Rot | Blend aus 96 % Syrah mit 4 % Viognier | Handlese | 30 % ganze Trauben | wilde Hefen | Ausbau in 20 % neuer französischer Eiche, 80 % in gebrauchtem Holz | 14 % vol. | € 37
Tiefes Purpur im Glas. Spannende Nase, würzig, wild. Im Mund schlank, fleischig, extrem kräutrig, pfeffrig, würzig, feine Frucht, kühle Frische. Rating 8/12
Spannende Côte-Rôtie-Interpretation vom anderen Ende der Welt.


Trinity Hill, Hawke’s Bay

Trinity Hill Gimblett Gravels Syrah 2013
Rot | 100% entrappt | Im Edelstahl vergoren | Barrique 40 % neu | 13 % vol.
Tiefes Dunkelrot. Purer weißer Pfeffer in der Nase, dunkle Früchte, Würze. Schlanke Frische im Mund, pfeffrig, würzig, komplex, Struktur, feines Tannin. Noch verhalten in der Aromatik, aber mit deutlichem Potenzial. Rating 8/12
Unterschätze nie einen jungen Syrah. Der hier wird sich klasse entwickeln.


 

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Mediterranean Tasting Wines of Alentejo

Mediterranean Tasting Wines of Alentejo

Auf der anderen Seite des Flusses ist das Gras immer grüner? Nicht im Alentejo. Eine der heißesten und trockensten Regionen Portugals. Jenseits vom Tejo: Das ist die Bedeutung des Namens Alentejo. Jenseits des Flusses – wohlgemerkt aus Blickrichtung Lissabon

Aber wenn das Gras dort schon nicht grüner ist, sind dann vielleicht die Weine wenigstens saftiger? Das Gebiet zwischen Portugals Hauptstadt im Westen, dem spanischen Nachbarn im Osten und der Algarve im Süden versteht sich als Weinregion im Umbruch. Im Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite des Flusses. Aber sind die Weine dort auch saftiger?

Acht Vertreter der Region Alentejo zeigte das Comissão Vitivincíola Regional Alentejana in einem Mediterranean Tasting in Hamburg im Juwelier Studio. Moderation: Justin Leone, Chef-Sommelier im Münchener Restaurant Tantris.

Heiße Region, heißer Wein? Die acht Kandidaten im Tasting zeichnen ein anderes Bild. Saubere Vinifikation und moderater Holzeinsatz schaffen Klasse, Frische, Eleganz. Alentejo auf Augenhöhe mit den Großen der Welt.


Paulo Laureano, Selmes

Dolium Escola 2013
Weiss | Rebsorte Antão Vaz | 30 Jahre alte Rebstöcke | Schieferboden | acht Monate Barrique | leichte Batonage | etwa 3.000 Flaschen | 13,5 % vol. | 23 €
Helles Gelb. Einladende Blütennase, vielversprechend. Knackige Frische, schlank, mit Power, tolle Mineralität, spannender Stoff, schöne Länge. Rating 8/12
Winzer Laureano berät mittlerweile viele Weinmacher im Alentejo. Das lässt auf mehr solcher Klasseweine hoffen.


Herdade dos Grous, Albernoa

Herdade dos Grous Reserva Branco 2012
Weiss | Rebsorten Antão Vaz, Verdelho und Viognier | sechs Monate Barrique | 13,5 % vol. | 18 €
Reiches Gelb. Nase erinnert an gute Chardonnays. Im Mund reich, aromatisch, cremig, komplex, kraftvolle Struktur, Schmelz, perlig-feine, tänzelnde Säure, mineralisch-frischer Nachhall. Rating 8/12
Diese Reserva flutet den Mund regelrecht. Eine Aromenwelle, die über den Gaumen strömt und herrlich nachhallt. Love it!


Monte da Capela, Pias

Vila Alice Tinto Reserva 2011
Rot | Rebsorten Trincadeira, Aragonez, Alfrocheiro, Cabernet-Sauvignon | 14 % vol. | 8 €
Kaffeepraline in der Nase. Im Mund Frische, Frucht, guter Trinkfluss. Im Nachgang leichte Würze, Lakritz-Töne. Rating 5/12
Nicht lang drüber schnacken – der will getrunken werden. Solider Basiswein für jeden Tag.


Rovisco Garcia, Aldeia Velha Avs

Rovisco Garcia Tinto Superior 2011
Rot | Rebsorten Aragonez, Syrah, Petit Verdot, Cabernet-Sauvignon, Alicante Bouschet | etwa 1.000 Flaschen | strengste Selektion, beste Fässer | 14,5 % vol. | 23 €
Tiefschwarzer, undruchsichtiger Kern, lila Reflexe. Zupackender Grip, Eleganz, Komplexität, reiche Länge. Im Nachhall fast staubig trocken. Rating 7/12
“Tradition, Modernität perfekt kombiniert”, nennt es Justin Leone. Man könnte auch sagen: macht richtig Spaß im Glas.


Herdade do Esporão, Monsaraz

Petit Verdot Tinto 2011
Rot | Rebsorte Petit Verdot | 14,5 % vol. | 30 €
Dunkles Rot mit Lila. Herrlich saftiger Mund, bei aller Kraft mit spielerischer Leichtigkeit, elegant, charakterstark, und eine Länge, die herrlich nachklingt. Rating 8/12
Reinsortiger Petit Verdot hat Seltenheitswert. Im Alentejo kann er ausreifen und zeigen, was er drauf hat. Toll!


Dona Maria – Júlio Bastos, Estremoz

Dona Maria Grande Reserva 2010
Rot | Rebsorten Alicante Bouschet, Petit Verdot, Syrah | 14,5 % vol.
In der Nase ätherisch und einladend. Reiche Frucht, tolle Balance, spielt im Mund die gesamte Orchesterbandbreite, von den Tiefen bis zu den Höhen komplett durch. Gut gemacht. Rating 8/12
Kein Wunder, dass Mouton-Rothschild bei diesem Weinmacher schon angeklopft hat. Parker lässt grüßen.


Quinta do Mouro, Estremoz

Estremoz 2008
Rot | Rebsorten Aragonez, Alicante Bouschet, Touriga Nacional, Cabernet-Sauvignon | Kreideboden | 14 % vol. | 28 €
Reife Himbeeren in der Nase. Im Mund trotz seiner sieben Jahre immer noch straff. Perfekte Balance von Frucht, Säure, Tannin. Tolle Länge. Immer noch Potenzial. Leone: “Gern nochmal vier Jahre warten.” Rating 9/12
Altes Weingut, komplett durchmodernisiert. Das zeigt sich im Glas: großer Wein, klasse gemacht.


Azamor, Villa Vicosa

Icon d’Azamor 2004
Rot | Rebsorten Syrah, Alicante Bouschet, Touriga Franca | 14 % vol. | 60 €
Tiefdunkler Kern, altersgerecht leichte Aufhellungen an den Rändern. Fleischige Nase. Hat von den präsentierten Roten die “spanischste” Nase. Reif und kräftig im Mund, ausgewogen, mit guter Struktur. Schöne Balance. Baut sich auf wie eine langsame Welle auf und klingt lange nach. Leone: “Nochmal zwei Jahre Zeit geben.” Rating 8/12
Der Senior der Runde zeigt das Potenzial roter Alentejos. Und gleichzeitig, wie sehr sich die Stilistik zu heute gewandelt hat.

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Montelio La Giostra Müller Thurgau 2011

Was gab’s ins Glas? Montelio La Giostra 2011, provincia di Pavia,...

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