Castelvecchio Chianti “Santa Caterina” 2016

von | 19. Mrz. 2019

Muss es jeden Tag was Großes sein im Glas? Für manche Menschen ja. Denen wäre dieser ehrlich-einfache Chianti wahrscheinlich zu wenig. In jeder Hinsicht:

1. Zu wenig Renommée
Ist ja kein Chianti Classico, sondern nur ein schlichter Chianti. Stammt also nicht aus dem legendären historischen Kerngebiet des Chianti, das heute die Bezeichnung Classico führen darf, sondern aus dessen weiterem Umland.

2. Zu wenig Ecken und Kanten
So unkompliziert zu trinken, so ausgewogen und balanciert ist dieser Santa Caterian, dass es kaum etwas gibt, woran sich der ambitionierte Weinfreund abarbeiten könnte. Regelrecht harmonisch dieser Wein. So sehr, dass man ihn bei jeder rustikalen Gelegenheit auf den Tisch stellen könnte.

3. Zu wenig Preis
Mit klar unter zehn Euro Endverbraucherpreis so was von alltagsfähig, dieser Chianti. Und eben gar nichts, womit man Dicke-Hose-Kumpels schwer beeindrucken könnte.

Für alle, die bei diesen drei Punkten kein Problem haben, gibt’s von Castelvecchio einen Wein ins Glas, der ein schönes, kleines Stück Toskana repräsentiert. Und ein kleines bisschen Renommée gibt’s dann doch dazu: Immerhin hat’s die heilige Caterina in der Zeitschrift Merum unter die besten sechs Chianti in der Merum Selezione geschafft.

Trinkspaß

Wine Rating: Three stars out of possible three

Typizität

Wine Rating: Three stars out of possible three

Bodenständigkeit

Wine Rating: Three stars out of possible three

Dicke-Hose-Faktor

Wine Rating: One star out of possible three

Will nicht mehr sein als das, was er ist. Gerade das ist schön – und macht ihn so sympathisch.

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Edgar Wilkening

Head & heart of wineroom bei wineroom.de
Vielfach ausgezeichneter Strategie- und Kommunikations-Experte. Erfinder des legendären Pop-up-Restaurants "Die 7 Sünden", der Weinbar Rieslingrepublik und von vielem mehr.

Dem Thema Wein seit Jahren verbunden als Geprüfter Agraffenlöser & Diplom-Korkenzieher (WR) sowie Anerkannter Berater für Deutschen Wein (DWI). Erste bewusste Flasche: fränkischer Bocksbeutel aus dem elterlichen Keller – vermutlich Müller-Thurgau. Ist sowas womöglich prägend ...?
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