Was gab’s ins Glas?
Weingut Holger Koch Weißburgunder Herrenstück 2009 (13,0 %) und
Weingut Holger Koch Grauburgunder Herrenstück 2009 (13,0 %)

Wer steckt dahinter?
Weingut Holger Koch, 79235 Vogtsburg-Bickensohl, Mannwerk 3, Baden, Deutschland, www.weingut-holger-koch.de

Was ist interessant zu wissen?
Baden ist die wärmste Weinbauregion Deutschlands, erst recht am Kaiserstuhl. Und 2009 das wärmste Weinjahr der letzten Jahre. Beides zusammen – holla, da kann einem Weißwein schon mal die Puste ausgehen, wenn im Wingert nicht ordentlich gearbeitet wurde. Umso spannender, diese beiden Weine im nicht mehr ganz taufrischen Alter von sechs Jahren parallel zu probieren.

Was sagen andere?
“Es sind zum Teil noch ziemlich verschlossene Weiß- und Grauburgunder (…), die sich erst nach beträchtlicher Luftzufuhr zu öffnen beginnen.” Quelle: Gault Millau WeinGuide Deutschland 2011, Seite 149. Punkte: 89 für den Weißburgunder, 88 für den Grauburgunder.

Was kostet der Spaß?
Beide Weine um die zehn bis zwölf Euro.

Wie sind sie denn nun?
Wenn Supermarkt-Weine leicht konsumierbare Popmusik sind, dann ist das hier anspruchsvoller Jazz. Nichts, was man nebenbei trinkt. Beide Weine fordern volle Aufmerksamkeit.

Kaum Alterungserscheinungen im Glas und in der Nase. Tiefgründig, vielschichtig, deutlich spürbar der oxidative Ausbau. Der Weißburgunder dabei hellblütiger und angenehmer, der Grauburgunder leicht breiter. Ein holländischer Gast am Tisch verliebte sich spontan in die Nase des Weißburgunders und wollte kaum mehr probieren, um nicht womöglich enttäuscht zu werden.

Im Mund angenehme Säure, erstaunlich gerade angesichts Rebsorten, Region und Jahrgang. Komplexes Aromenspiel. Auch hier der Weißburgunder angenehmer und harmonischer als der Grauburgunder.

Keine lustigen Spaßvögel für den unbeschwerten Zecher, die beiden Weine. Sondern fordernd, können als Solisten sogar spröde wirken. Als Essensbegleiter dagegen fantastisch und bereichernd. Insgesamt hat der Weißburgunder dabei regelmäßig die Nase klar ein Stückchen vorne.

Was macht man damit?
Wer Flaschen im Keller hat: die können noch liegen – aber besser wird’s nicht. Denn die 2009er haben sich erstens prima gehalten, aber zweitens auch gut entwickelt. Also ran an die Buddels in der kommenden Zeit und ein Essen dazu auf den Tisch.

Wer hat’s probiert?
Autor Edgar Wilkening und über mehrere Tage diverse Gäste im wineroom.

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Edgar Wilkening

Head & heart of wineroom bei wineroom.de
Vielfach ausgezeichneter Strategie- und Kommunikations-Experte. Erfinder des legendären Pop-up-Restaurants "Die 7 Sünden", der Weinbar Rieslingrepublik und von vielem mehr. Administratives Oberhaupt von Minden an der Weser.de.

Dem Thema Wein seit Jahren verbunden als Geprüfter Agraffenlöser & Diplom-Korkenzieher (WR) sowie Anerkannter Berater für Deutschen Wein (DWI). Erste bewusste Flasche: fränkischer Bocksbeutel aus dem elterlichen Keller – vermutlich Müller-Thurgau. Ist sowas womöglich prägend ...?
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