Le Moss Glera Frizzante Non Filtrato

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Was gab’s ins Glas?
Le Moss Ca‘ di Rajo Glera Frizzante Marca Trevigiana, Vino frizzante non filtrato, IGT, 10,5 % vol.

Wer steckt dahinter?
Soc. Agr. Ca’ di Rajo di Cecchetto Bortolo & S. s.s., Via del Carmine 2/2 31020, San Polo di Piave TV, Italien, www.cadirajo.it

Was ist interessant zu wissen?
Ihre zweite Gärung, bei der die Prickelei entsteht, machen Prosecco für gewöhnlich im Stahltank, und werden dann sprudelig in die Buddels gefüllt. Anders bei diesem Frizzante hier. Der wird zwar auch aus der Prosecco-Rebsorte Glera gekeltert, macht die zweite Gärung aber nicht im Stahltank, sondern in der Flasche – und liegt dann weiter auf der Hefe. Also ganz ähnlich wie beim Champagner.

Wenn die Hefe bei der zweiten Gärung durch ist mit Zuckervernaschen, sinkt sie zu Boden und zersetzt sich langsam. Autolyse nennen die Profis das. Dabei entsteht eine tiefere, vollere Aromatik. Eines der Geheimnisse von Schampus. Je länger das Hefelager, desto komplexer die Aromen. Ist dieser Glera frizzante also womöglich ein kleiner Champagner-Killer?

Immerhin kommt er mit dem echten, dem klassischen, dem wahren Champagner-Verschluss in den Handel: Ein schlichter Kronkorken, wie auf Bierbuddels. Keine Agraffe, kein Korken, keine Glitzifolie. Einfach nur der Kronkorken. So, wie auch Champagner verschlossen ist, wenn er die traditionelle Flaschengärung durchmacht und in den berühmten Rüttelpulten liegt.

Der Korken, die Agraffe, die Folie – der ganze Schnickschnack kommt erst nach dem Degorgieren auf den Schampus, also nach dem Entfernen der Hefe aus der Flasche. Und da man bei diesem Frizzante auf das Entfernen der Hefe verzichtet hat, bleibt der prollige Kronkorken einfach drauf auf der Buddel. Cooles Understatement vom Champagner-Killer? Her mit dem Kapselheber, das schauen wir uns an.

Wo kommt die Buddel her?
Direktimport ab Hersteller durch Sommelier Ed Richter.

Was kostet der Spaß?
Irgendwas um die acht bis zehn Euronen.

Wie ist er denn nun?
Trüb im Glas. Wie Federweißer. Ungefiltert eben. Und das Federweißer-Bild setzt sich in der Nase fort. Mostig, apfelig, leicht. Saftig im Mund, schlicht, leicht. Kaum da, schon weg.

Aber was ist mit dem Hefelager? Macht sich das bemerkbar? Nö. Kein echter Unterschied. Was soll’s – mit schlanken 10,5 % Alkohol immerhin ein zwar trüber, ansonsten aber ungetrübter Sommerfrischler für die Terrasse.

Was macht man damit?
Runterkühlen, aufhebeln – ziiiiiiiiisch und weg. Glas leer, schon vergessen.

Aus welchen Gläsern wurde probiert?
Gabriel Glas Gold Edition.

Wer hat’s verkostet?
Autor Edgar Wilkening und Weinteacher Ed Richter in einer der heißesten Sommernächte des Jahres 2015 bei um die 30° C.

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