Lambrusco Cavalcabó 2015

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Was ist die Vorgeschichte?

Auch die Weinbranche treibt gerne immer wieder die gleichen Säue durchs Dorf. Seit einigen Jahren zum Beispiel die von der bevorstehenden, furiosen Renaissance des Lambrusco in Deutschland.

Wen wundert’s da, dass im Vorfeld der ProWein auch im wineroom vier Flaschen roter Sprudler auf dem Verkostungstisch landen. Im Rennen um die Krone der kurz bevorstehenden Renaissance mit dabei: die Lambrusco von Vecchio Ponte, al Scagarün und Loghino Dante.

Alle drei rubinrot, mit schlanken 11 % Alkohol, ausgeprägten laktischen Noten in der Nase, üppig sprudelnd, fröhliche Frucht im Glas, mit einer leichten Herbe unterlegt. Wer Kirschjoghurt liebt, wird auch das hier mögen. Poppige Grown-up-Limos für alle, die im Sommer nicht an Fanta & Co. schlürfen wollen.

Und das soll’s an dieser Stelle auch schon gewesen sein zu den drei Nebenbuhlern. Nein, bitte nicht insistieren! Bis hierhin war alles nett und freundlich, kein böses Wort – und das soll auch so bleiben. Widmen wir uns dem Sieger.

Die Herausforderer des Cavalcabó in der Reihenfolge ihres Erscheinens am Verkostungstisch: Lambrusco von Vecchio Ponte, al Scagarün und Loghino Dante.

Die Herausforderer des Cavalcabó in der Reihenfolge ihres Erscheinens am Verkostungstisch: Lambrusco von Vecchio Ponte, al Scagarün und Loghino Dante.

Was gab’s ins Glas?

Cavalcabó 2015, Lambrusco Mantovano D.O.P., Viadanese – Sabbionetano, Vino frizzante rosso secco, 11,5 %

Wer steckt dahinter?

Cantina Sociale di Viadana, via Scipiona, 1, 46019 Viadana (MN), Italien, www.cantinaviadana.it

Und jetzt Butter bei die Fische: Wie ist der Lambrusco?

Gegen die drei Wettbewerber hatte es der Cavalcabó leicht: Die Farbe noch dichter, noch dunkler. Der purpurfarbene Schaum beim Einschenken noch feiner und unendlich langanhaltend. Ich wette: auf jedem Tisch ein Riesen-Hingucker, dieser Cavalcabó, wenn er ins Glas kommt.

Die Nase dunkelfruchtig, aber nicht so bonbonnig, haut nicht so auf den Fruchtsaftkarton, weniger laktisch, zurückhaltender, feiner als die Kollegen. Tolles Mundgefühl, seidene Textur. Ja, auch fruchtig, aber längst nicht droppsig. Erwachsener, ausgereifter, strukturierter. Wirklich schön. Und die Herbe im Ausklang steht im gut. Ernstzunehmender Schaumwein und tolles Trinkvergnügen.

Auffallend: In der Verkostungsrunde ist der Cavalcabó der einzige, der ein halbes Prozent mehr Alkohol ausweist: 11,5 % – was immer noch sparsam ist. Und er nennt explizit den Jahrgang auf dem Etikett. Vermutlich Hinweise auf ein insgesamt höheres Qualitätsstreben in der Herstellung. Und das macht sich in dieser Verkostungsreihe deutlich bemerkbar. Am Ende des Abend ist der Cavalcabó der einzige, der einzige, der komplett vernascht wurde, während die übrigen Flaschen noch Hälfte bis Dreiviertel Inhalt aufweisen.

Ich persönlich glaube ja nicht dran, dass wir in Kürze die furiose Renaissance des Lambrusco in Deutschland erleben werden. Aber wenn, dann werden es Prachtexemplare wie dieser Cavalcabó sein, die die Bewegung anführen. Zu wünschen wäre es ihm jedenfalls.

Aus welchen Gläsern wurde probiert?

Schott Zwiesel Viña

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Alle vier Flaschen waren Verkostungsmuster, die Weinteacher Ed Richter zur Verfügung gestellt worden waren, um eine Lambrusco-Präsentation während der ProWein 2016 vorzubereiten.

Sind noch offene Fragen?

Was wurde eigentlich aus den Resten der übrigen Flaschen? Die hat doch niemand mehr weiter genascht am nächsten Tag, oder? Die extrem leckere Antwort darauf gibt’s hier demnächst.

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