Château Margaux 1983

von | Red, Tasting | 0 Kommentare

Was gab’s ins Glas?

Château Margaux 1983 Premier Grand Cru Classé

Welche Ausstattung hat die Flasche?

Natürlich ganz klassisch in Schulterflasche mit Korken und Kapsel.

Wer steckt dahinter?

Château Margaux, 33460 Margaux, Médoc, Frankreich, www.chateau-margaux.com

Wo hat er abgeräumt?

René Gabriel gibt dem ’83er Margaux die Höchstwertung: 20/20 Punkte.

Wo kommt die Flasche her?

Aus dem Keller eines privaten Weinsammlers, aufgemacht zur Feier eines Jubiläums.

Was kostet der Spaß?

Bitte, etwas mehr Diskretion! Darüber schweigen wir hier ausnahmsweise mal. Aber definitiv dreistelliger Bereich.

Wie ist der Margaux denn nun?

So sollte jeder Bordeaux sein! Einhellige Meinung am Tisch. Und damit liegen alle, die den Château Margaux blind im Glas haben, schon mal goldrichtig: Bordeaux. Linke Seite. Cabernet Sauvignon. Medoc. Alles richtig. Bis es um den Jahrgang geht.

Zwischen Nuller-Jahre und End-Neunziger schwanken die Einschätzungen. Mann, wir liegen so meilenweit daneben! Aber nachvollziehbar. Denn die mehr als dreißig Jahre sind an diesem Margaux vorübergegangen wie nix. So eine jugendliche Frische, so eine Reintönigkeit, so eine Abwesenheit von Alterungsnoten.

Entsprechend groß die Überraschung beim Entblättern der Flasche. Das soll ’83 sein? Hammer! Nach dem ersten Aufschrei ehrfürchtiges Schweigen. Kaum Reifezeichen in der Optik. Fantastische, klare Nase: Leder, Würze, dunkle Beeren. Im Mund perfekte Balance. Kraft, Eleganz, Komplexität, Dichte, Länge. Cassis, Tabak, Leder. In einer solchen Sauberheit und Klarheit. Atemberaubend. Vollkommen.

Immer noch derart jugendlich, dass man ihn am liebsten karaffieren möchte. In der Tat gar nicht so abwegig. Denn eines der Charakteristika der Weine von Château Margaux: ihre Frische auch über Jahrzehnte hinweg, ihr enormes Potenzial. Entsprechend verschlossen zeigte sich der ’83er in jungen Jahren, wie sich in René Gabriels Verkostungsnotizen nachlesen lässt.

Entwickelt sich im Glas weiter, öffnet sich, erzählt immer mehr von sich. Mehr geht nicht. Jahrgang ’83 gilt in Margaux ohnehin als einer der größten. Jetzt perfekt. Aber immer noch locker zehn, zwanzig, dreißig Jahre Potenzial. Ein Monument. Und eins ist sicher: In einer perfekten Welt wäre jeder Bordeaux exakt so.

Fazit?

Weltklasse. Perfekt. Absolute Referenz.

Was macht man damit?

Würdevoll zelebrieren. Mit allem Respekt genießen. Und schweigen.

Aus welchen Gläsern wurde probiert?

Gabriel Glas Standard-Edition

Wer hat’s probiert?

Ein privater Kreis professioneller Verkoster.

Ist dieser Beitrag gewerblich gesponsort?

Nö.

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Edgar Wilkening

Head of wineroom.de bei wineroom.de
Im Hauptberuf vielfach ausgezeichneter Strategieentwickler und Kampagnenberater. Kopf des legendären Pop-up-Restaurants "Die 7 Sünden", der Weinbar Rieslingrepublik und vielem mehr.

Dem Thema Wein seit Jahren verbunden als Geprüfter Agraffenlöser & Diplom-Korkenzieher (WR) sowie Anerkannter Berater für Deutschen Wein (DWI). Erste bewusste Flasche: fränkischer Bocksbeutel aus dem elterlichen Keller – vermutlich Müller-Thurgau. Ist so was womöglich prägend ...?
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