Der Rorschach-Test für Weinfreunde

Sensationell, was man in einem Bild alles sehen kann. Zum Beispiel das Foto, von dem hier die Rede ist. Jedenfalls mauserte es sich unversehens zu einer Art Rorschach-Test für Weinfreunde.

Samstagnacht. Es brummt im wineroom. Sommeliers, Journalisten, Händler. Auf dem Tisch Verkostungsmuster aus aller Welt. Es geht hoch her. Und als der Spuk um drei Uhr morgens vorbei ist und die Reste der Nacht beseitigt sind, bleibt dieses Foto übrig.

Auf Facebook sorgt es bald für Spekulationen. Viele sehen das Bild, einige liken, manche kommentieren. Und lassen ihren Assoziationen freien Lauf.

Ein Niederländer ist der Erste. “Ich dachte erst: ein Danceflloor mit zwei hingeworfenen Foxtrot-Kleidern.” In allerfeinster Rorschach-Manier verrät das mehr darüber, was auf holländischen Dancefloors alles los ist als über die Abgründe des winerooms.

Genau wie diese Assoziation, die ganz und gar St.-Pauli-drei-Uhr-Morgen-Style in sich trägt: “Ich dachte erst an Senf und Ketchup!” Hat da etwa jemand Hunger? Klar, wer nicht nach so einer Nacht!

“Ich dachte an Blut.” Logisch, das durfte nicht fehlen. Nicht auf St. Pauli. Was alles könnte geschehen sein? Eifersuchtsdramen? Mord und Totschlag? Und was genau hat sich im Kopf der Dame abgespielt, die das assoziierte?

Könnte man sich auch bei dieser Interpretation fragen: “Rote Lackpumps und ein gelber Schlüpfer.” Hat die Lady holländisches Blut in ihren Adern? Da schwingt jedenfalls ein Hauch hingeworfener Foxtrot-Kleider mit.

[easy-tweet tweet=”Rorschach-Test für Weinfreunde: Und was erkennen Sie im Bild?” hashtags=”Psychologie,Wein”]

Fussboden. Hochhackige. Scheinwerferlicht. Negligés … Es geht munter weiter, was ich alles zu lesen und zu hören bekommen habe. Ein kleiner Blick in die verborgenen Gedankenwelten der Weinfreunde. Womöglich ein Fall für Dr. Sommelier?

Erstmal klären wir: Was ist das tatsächlich, da im Bild? Bei genauem Hinsehen ganz einfach: natürlich kein Dancefloor. Sondern der Verkostungstisch im wineroom.

Ein paar Rotweinränder, ein paar Lichtreflexionen. Zwei zerdellte Weinkapseln. Die rote von einem Cabernet-Prahlhans aus Stellenbosch, bei dem schon die leere Flasche über 1,2 Kilo wiegt – buhäääh … Die gelbe von einem weißen Rhône-Replikant aus Swartland, von dem hier die Rede sein soll.

Und was erkennen Sie auf den ersten Blick im Foto? Hingeworfene Unterwäsche? Ketchup und Senf? Ganz was anderes? Schreiben Sie Ihre Assoziationen unten in die Kommentare.

Oder haben Sie sogar selbst mal ein Rorschach-Foto für Winelover geschossen? Schicken Sie’s uns. Und wir stellen es hier zur Diskussion. Ich freue mich darauf!

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Edgar Wilkening

Strategie & Kreation bei BIG IDEAS | Edgar Wilkening
Im Hauptberuf Strategieentwickler und Kampagnenberater. Kopf des Pop-up-Restaurants "Die 7 Sünden" und von einigem mehr. In den verbleibenden Stunden des Tages dem Thema Wein verbunden als amtierender Korkenzieher von eigenen Gnaden. Erste bewusste Flasche: fränkischer Bocksbeutel aus dem elterlichen Keller – vermutlich Müller-Thurgau. Ist so was womöglich prägend ...?
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